„Überwältigt“ – diese Reaktion hörte man nach dem ersten „Berna – klingt echt gut“-Musikfestival in Mainbernheim aus jedem Mund der Organisatoren. Erstmals zog am Samstag ein bunter Haufen an Mainbernheimern eine Musikmeile mit neun Stationen durch, an denen jeweils Künstler oder Bands auftraten, die aus dem Markgrafenstädtchen stammten oder zumindest Mainbernheimer Mitglieder hatten. Mit Erfolg: Die 1000er-Marke an Besuchern wurde geknackt. Mit diesem großen Zuspruch, auch von außerhalb, hatte niemand gerechnet.

Das Konzept ging auf und wurde mit Liebe umgesetzt. Für eine heimelige Beleuchtung sorgten 400 mit dem Logo bedruckte Tüten mit Teelichtern, die über die gesamte Herrnstraße verteilt waren. Wegweiser zeigten die einzelnen Spielorte, meist Scheunen oder Gasthäuser, an. Mainbernheimer Vereine übernahmen an den Spielstätten die Bewirtung, es waren allerorts Tische und Bänke aufgebaut. Die fünf Euro Eintritt wurden an jedem Schauplatz kassiert, dafür gab es dann ein Bändchen. Flanieren und Zuhören war angesagt. „Bemängelt wurde nur, dass es keine Bratwurst gab“, fasst Ideengeber Thomas Bachleitner die Hauptkritik scherzhaft zusammen.

Man hatte keine größeren kulinarischen Klimmzüge unternommen, sondern lediglich Hand-Gebäck angeboten. Vielleicht wird Frankens liebste Mahlzeit dann in zwei Jahren gegrillt, denn die Initiatoren denken durchaus darüber nach, diesen Abend wieder stattfinden zu lassen.

Besonderer Andrang herrschte beim Wirtshaussingen mit Achim Zepter und Freunden im „Schwarzen Adler“. Dort waren Liederhefte im Umlauf – und vom Publikum wurden kaum Pausen geduldet. Lautstarker Gesang war durch die Herrnstraße zu hören. Das jüngere Publikum zog unter anderem die Rockband The Fuuh an. Dort fand dann auch die kurzfristig angekündigte After-Show-Party als gemütlicher Ausklang bis 1 Uhr statt. Bei den Auftritten der Deutschrocker „50 m freistil“ waren die Scheune und der Hof voll belegt. Das Duo StiGiKaMa begeisterte ihr sangesfreudiges Publikum mit Oldies im Kantoratskeller. Die Mainbernheimer Oldie-Kultband Cadillacs, Country-Mann Didi Blender, DJ Baldo und die Irish Folk-Gruppe Shaggy Rovers entführten die Zuhörer in ihr musikalisches Gebiet. Ein etwas unerwarteter Höhepunkt waren auch die Lesungen im Kantorat, bei denen Besucher sogar aus Platzgründen abgewiesen werden mussten.

„Die Vereine und das Vorbereitungsteam leisteten wirklich eine großartige logistische Arbeit, da schon bald Getränke nachbestellt und ohne Unterlass Essen von der Zentrale zu den einzelnen Stationen gebracht werden musste“, sagt Bachleitner. Die laue Spätsommernacht und der kostenlose Eintritt in der ersten halben Stunde sorgten dafür, dass ab 18 Uhr alle Scheunen gut besucht waren.