Den Haushalt für das laufende Jahr hatte der Gemeinderat Martinsheim in seiner Sitzung am Montagabend zu beraten. Anschließend wurde dieser im Saal der alten Schule in Gnötzheim verabschiedet.

Der Gesamthaushalt für 2020 beträgt 3 677 200 Euro, was sich auf 2 149 100 Euro im Verwaltungshaushalt und 1 528 100 Euro im Vermögenshaushalt aufteilt. Kämmerer Wolfgang Schmer erwartet durch Corona bedingte Einbußen von zehn bis 15 Prozent bei der Gewerbesteuer und der Einkommensteuerbeteiligung. Insgesamt sind das rund 200 000 Euro. Ob und in welcher Höhe es einen Ausgleich geben wird, ist noch offen.

Schuldenaufnahme notwendig

Nach vielen Jahren des Schuldenabbaus steht wieder eine Kreditaufnahme bevor, wofür 500 000 Euro vorgesehen sind. Dadurch werden sich die Schulden von 139 700 Euro Ende 2019 auf voraussichtlich 612 900 Euro Ende diesen Jahres erhöhen. Dies liegt mit 583 Euro pro Einwohner noch knapp unter dem Landesdurchschnitt von 592 Euro pro Einwohner. Gemeinderat Ulrich Falk betonte, dass die Schuldenaufnahme verkraftbar, solide finanziert und durch die schon länger geplanten großen Projekte notwendig ist.

So werden für die Erschließung der Baugebiete Enheim und Martinsheim und den dortigen Ringschluss der Wasserleitung mit rund 890 000 Euro die größten Ausgaben erwartet. Laut Bürgermeister Rainer Ott sollen die Arbeiten hierfür noch diesen Monat beginnen. Die Ersatzbeschaffung eines Schleppers für den Bauhof belastet die Gemeindekasse mit rund 55 000 Euro.

Anschluss an Abwasserzweckverband

Auch der Anschluss an den Abwasserzweckverband Ochsenfurt (AVO) verursacht noch 261 000 Euro Kosten. Auf Nachfrage der Räte erläuterte der Kämmerer, dass für die Abrechnung noch nichts entschieden ist. Grundsätzlich hat die Gemeinde die Möglichkeit, die Kosten langfristig über die Gebühren zu decken oder einen Verbesserungsbeitrag zu verlangen. In letzterem Fall müsste aber für die Berechnung noch der Anschluss von Unterickelsheim und eventuell auch Gnötzheim abgewartet werden, um den immensen Aufwand nicht mehrfach durchführen zu müssen.

Zum wiederholten Male beantragte die Telekom, den öffentlichen Fernsprecher in Martinsheim abbauen zu dürfen. Da dieser in den vergangenen fünf Jahren überhaupt nicht genutzt wurde, stimmte der Gemeinderat dem Vorhaben diesmal zu.