Bei Baumaßnahmen in Hörblach-Nord haben dortige Häuslerbauer immer wieder festgestellt, dass der Untergrund zu großen Teilen aus Schwemmsand besteht. Da demnächst auf der anderen Straßenseite der B 22 in Richtung Hörblacher Altort Sand und Kies abgebaut wird, befürchten die Hauseigentümer von Hörblach-Nord Schäden an ihren Grundstücken und Häusern.

In einem Brief, dem 50 Unterschriften aus Hörblach-Nord beigelegt waren, wandte sich Reiner Meuser jetzt an Bürgermeister Volker Schmitt mit der Bitte um Unterstützung. Die vorgesehene Ausbeute des Grundstücks südlich der B 22 beunruhige die Anlieger sehr, so der Inhalt des Schreibens.

Auf dem Gelände nahe des Kreisverkehrs an der B 22 beabsichtigt die Firma LZR im Auftrag der Firma Heidelberger Sand und Kies GmbH in den kommenden Jahren Sand- und Kiesabbau. Das Vorhaben auf einer Fläche von rund sechs Hektar hatte das Landratsamt Kitzingen als Genehmigungsbehörde bereits 1993 genehmigt. Die Folgenutzung nach Abbau blieb damals offen – und ist es wohl auch heute noch.

Die Bewohner von Hörblach-Nord fürchten bei den beabsichtigten Ausbeutemaßnahmen, dass sich der Schwemmsand in den angrenzenden Bereichen verflüssigt und abfließt. „Damit und mit einer weiteren Absenkung des Grundwasserspiegels ist eine Veränderung der Bodendichte zu befürchten“, schreibt Reiner Meuser an das Gemeindeoberhaupt.

Sowohl ein Abdriften des Schwemmsandes im Untergrund als auch die Absenkung des Grundwassers könne sich negativ auf die Statik und die Struktur der Häuser in Hörblach-Nord auswirken. „Die Bildung von Rissen in den Wänden und Hausmauerwerk würde den Häuserwert erheblich beeinträchtigen.“

Meuser und die anderen Hauseigentümer bitten die Marktgemeinde darum, den beiden Unternehmen mit der Abbaugenehmigung ein Beweissicherungsverfahren aufzugeben und über die Unbedenklichkeit der Maßnahme einen Sachverständigen einzuschalten. Das selbstständige Beweissicherungsverfahren durch die Firmen LZR sowie Heidelberger Sand und Kies GmbH mit der Einschaltung eines Sachverständigen liege auch im Interesse der Firmen, heißt es in dem Brief.

Damit könne der Nachweis geführt werden, dass eventuelle Schäden an Objekten der Nachbarschaft nicht durch die Baumaßnahme entstanden sind. „Die Verfahrensweise sichert den Rechtsfrieden und schließt künftige Streitigkeiten aus“, so Meuser.

Bürgermeister Schmitt teilte auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass das Landratsamt Kitzingen Genehmigungsbehörde sei. Nur die Kreisbehörde könne das Vorhaben stoppen oder Auflagen erteilen. Schmitt versteht die Sorgen und Nöte der Anlieger. Deshalb habe er das Schreiben der Bewohner von Hörblach-Nord sofort nach Erhalt persönlich beim zuständigen Sachbearbeiter im Landratsamt abgegeben. Auch LZR habe einen Abdruck des Schreibens erhalten.

Der Brief mit dem Begehren der Anwohner ist im Landratsamt angekommen und hat eine sofortige Reaktion ausgelöst. Das Wasserwirtschaftsamt werde sich jetzt der Problematik annehmen, erklärte Michael Köber, Abteilungsleiter Baurecht und Umwelt auf Anfrage.