Der Klimawandel hinterlässt in den Jahresbetriebsplänen für die Wälder eine immer deutlichere Handschrift, geht es doch auch um den damit verbundenen Waldumbau, der aber sicher eine Generationenfrage ist. Der Vorrang von Pflege und Umbau zeigte sich einmal mehr beim Jahresbetriebsplan 2015 für den Großlangheimer Gemeindewald, der in der Sitzung des Marktgemeinderats am Dienstagabend einstimmig gebilligt wurde.

Bürgermeister Karl Höchner machte mit den Zahlen vertraut, die besagen, dass für die neue Hiebsaison 1022 Festmeter (fm) vorgesehen sind. Damit ist man noch unter dem Zweijahressoll, da in der vergangenen Saison rund 600 fm zu wenig geerntet wurden.

Geplant sind diesmal im Schwarzacher Tännig Alt- und Auslesedurchforstungen, Kronenpflege und die Entnahme von Kiefern mittels Harvester. Im Haidter Wasen stehen ebenfalls Auslesedurchforstungen an, daneben Jungbestandspflege und die Entnahme von Haselbüschen, die sich zu sehr ausgebreitet haben. In diesem Zusammenhang werden auch Pflegemaßnahmen in gezäunten Bereichen ausgeführt.

Weitere Arbeiten sind die Entnahme von Pappeln im Bereich neben der Kompostanlage, die Pflege von Erlenbeständen im Belkers und die Durchforstung eines Streifens in der Speck und die Fällung von kranken und toten Kiefern und Eichen östlich der Hörblacher Straße. Das Schließen von Bestandslücken erfolgt mit Spitzahorn, Elsbeere und Hainbuche. Außerdem wurde in einem ausgedünnten Kiefernbestand schon eine Eichelsaat ausgebracht, die mittels Zaun geschützt wird.

In der Endabrechnung stehen den voraussichtlichen Ausgaben von rund 57 800 Euro Einnahmen von etwa 60 400 Euro gegenüber, gab der Bürgermeister in der Sitzung bekannt.

Weitere Punkte in der Ratssitzung waren:

• Der Gemeinde lag die Anfrage einer Solarfirma für eine eventuelle Solaranlage entlang der Bahnlinie zwischen Großlangheim und Kleinlangheim vor. Nach kurzer Diskussion einigte man sich auf die Antwort, dass man einer solchen Anlage nicht negativ gegenüber steht, aber über Grundstücke in Privatbesitz keine Aussagen treffen könne. Verwiesen wurde zudem auf die Lage, die doch eher in einem Nebelloch liege.

• Einstimmig wurde beschlossen, wie in den vergangenen Jahren den Vereinen einen Zuschuss von fünf Euro pro Nase für die Jugendarbeit zu gewähren. Das Jugendrotkreuz meldete 30 Nachwuchskräfte, der Gesangverein 36, der Turnverein 177, der Fußballclub 44, der Neue Keller, 20, der Schützenverein 11, der Kleintierzuchtverein 22 und die Feuerwehr 16. Beim Reitverein, der 124 Kinder und Jugendliche gemeldet hatte, einigte man sich darauf, für 62 den Zuschuss zu gewähren, da sehr viele Auswärtige beteiligt sind. Insgesamt schüttet die Gemeinde 2090 Euro aus.

• Die Gemeinde steigt beim Dorfschätzeexpress ein. Somit sind alle Dorfschätze-Gemeinden bei dieser Busbeförderung dabei und es besteht zum Beispiel ab Großlangheim Gelegenheit, zum Iphöfer Bahnhof zu kommen, Einsteigemöglichkeit ist am Pfriemsplatz. Bürgermeister Karl Höchner gab bekannt, dass die Tageskarte drei Euro kostet und die Gemeinde mit rund 1900 Euro pro Jahr an dem Unternehmen beteiligt ist. Ebenso ist Großlangheim im Dorfschätzeverbund beim Konzept für ein Kernwegenetz in der Flur dabei, der Anteil liegt bei rund 1200 Euro bei Planungskosten von rund 40 000 Euro. Gemeinderat Peter Sterk wurde als neuer Vertreter der Gemeinde bei der Forstbetriebsgemeinschaft vorgestellt.

• Der Bürgermeister erinnerte daran, dass die Selbstwerberanteile im Gemeindewald nur an Ortsansässige versteigert werden. Als Bieter ist zugelassen, wer über einen Motorsägenlehrgang verfügt. Die Abfuhr darf nur auf Wald- und Rückewegen erfolgen „und die Auflagen müssen eingehalten werden“, betonte der Bürgermeister. Er wies zudem auf den Aushang am Verwaltungsgebäude hin.

• Keine Einwände gab es zum Antrag für ein Werbeschild mit der Aufschrift Thais-Massage und Bai-Thong am früheren Zeitungskiosk gegenüber der oberen Bäckerei in der Hauptstraße. Es wurde die Auflage erteilt, dass der Abstand von Schildunterkante bis zum Gehsteig 3,50 Meter betragen muss.