Der „Löwenhof“, eines der prägenden baulichen Schmuckstücke in Rödelsee, steht zum Verkauf: 2,142 Millionen Euro soll das um 1600 gebaute und 2004 für rund 3,4 Millionen Euro sanierte Gebäude kosten. Eigentümer ist die Gemeinde Rödelsee, die laut Bürgermeister Burkhard Klein hofft, den schon länger im Internet angepriesenen Landgasthof endlich mal an den Investor zu bringen: „Im Moment ist der Markt da.“ Schließlich boome der Immobilienmarkt dank Sparzinsen auf Niedrigstniveau.

Das Restaurant, das im vergangenen Jahr auf sein zehnjähriges Bestehen zurückblickte, ist für Rödelsee zwar ein gastronomisch wertvoller Treffpunkt und optisch ein Hingucker, für die Gemeinde – Klein zufolge – aber immer noch eine Belastung. Von der Sanierung, die den Winzerort insgesamt runde 2,2 Millionen Euro gekostet habe, sei immer noch ein Kredit von rund 900 000 Euro übrig, der abzuzahlen sei.

Weil neben der Zinslast die Gemeinde auch Zukunftsinvestitionen zu schultern hat, hofft Klein mit dem Verkauf, „dass wir mehr Liquidität kriegen“. Ob allerdings die gut zwei Millionen Euro, die im Portal des Internet-Anbieters Immowelt.de stehen, in die Gemeindekasse fließen, ist eher fraglich.

Obwohl der Löwenhof schon vor Jahren – mit dem Willen des Gemeinderats – am Immobilienmarkt angeboten worden sei, sei das Echo äußerst dünn gewesen, so Klein. Lediglich eine „größere Brauerei“ habe mal angeklopft, obwohl im Internet die Werbetrommel gerührt wird: „sofort betriebsbereit, hochwertige und stilvolle Ausstattung, gemütlicher Biergarten im Innenhof.“ Dazu gibt's Bilder aus dem Haus, allerdings kein Bild der prunkvollen Fassade.

Der Löwenhof war nach gut einjähriger Sanierungszeit, bei der historische Substanz erhalten wurde und das Gebäude mit viel Glas und Stahl neue Akzente bekam, Mitte 2004 wieder eröffnet worden. Das einstige Casteller Amtshaus fand in diesem Jahr mit Sabine und Andreas Goldmann auch ein Pächterehepaar, dass das Restaurant seither führt.