Zwei Jahre mussten verstreichen bis der 1. FC Iphofen seinen 100. Geburtstag feiern konnte. Vor geladenen Gästen unternahm Vorsitzender Sebastian Dörr einen Rückblick in die Zeit, als der FC gegründet wurde, Hans Wirsching und Kilian Endres die ersten Vorsitzenden wurden und von Josef Thein als Kassier und Schriftführer unterstützt wurden. Gleich im ersten Jahr wurde der FC C-Klassenmeister. Am Schießhaus wurde ein erster Sportplatz eingerichtet.

Als 1937 zwei Spieler bei einem Unfall schwer verunglückten konnte die erste Mannschaft nur schwer erhalten werden. Zwei Jahre später kam der Spielbetrieb durch den Krieg völlig zum Erliegen. 1946 wurde beschlossen, den Spielbetrieb baldmöglichst wieder aufzunehmen, wenngleich 30 Mitglieder nicht aus dem Krieg zurückkehrten.

1954 erfolgte schließlich die Neugründung unter Kilian Endres. 1970 errichtete der Verein in über 7000 freiwilligen Arbeitssunden seine vereinseigene Sportanlage nördlich der Schützenstraße. Die Gründung der Tennisabteilung erfolgte 1979, fünf Jahre später startete die Jugendarbeit unter Hilar Burkard, die Judoabteilung begann 1987. Die Tennisabteilung gründete 2019 einen eigenen Verein. 1982 hatte Walter Schubert die Vereinsleitung übernommen.

Dem 75. Gründungsfest 1995 schloss sich der Bau des Vereinsheims an; damals zählte der Verein mehr als 500 Personen. Als Nicola Weiglein 2008 die Judo-Jugend-Europameisterschaft gewann, war es nicht nur der Höhepunkt ihrer Sportkarriere, es war auch der größte Erfolg einer Einzelsportlerin des FC.

Rückgrat der Gesellschaft

Landrätin Tamara Bischof überreichte die Ehrenurkunde des Landkreises und unterstrich, der FC könne stolz auf 100 Jahre und ehrenamtliches Engagement sein. Ohne den FC wäre Iphofen sicher ärmer, zumal wenn sportliche Erfolge eintreten. Sport bezeichnete sie als das ideale Medium Jugendliche heranzuziehen. Damit sei der Verein ein Rückgrat der Gesellschaft.

Bürgermeister Dieter Lenzer sprach von einer langen Erfolgsgeschichte auch mit Niederlagen. Der FC sei heute ein moderner attraktiver Verein, in dem er selbst 1987 Mitglied wurde, in der ersten und zweiten Mannschaft spielte, als Jugendtrainer arbeitete und von dem er noch manche bewegte Geschichte erzählen könnte.

Der FC feiere mit Stolz und Freude, erklärte der BLSV-Kreisvorsitzende Josef Scheller, dass in 100 Jahren hervorragende Arbeit geleistet wurde und sich der FC zu einer Sporthochburg im Landkreis entwickelte.

Vorsitzender Sebastian Dörr verabschiedete die früheren Vorstandsmitglieder Jürgen und Ingrid Ruft, Matthias Humann, Karl-Heinz Holthausen, Falk Hauschild und Frank Kristinus. Das Jubiläum wurde gekrönt mit der Verleihung des Gütesiegels des Fußballverbandes als 50. von 4400 Vereinen in Bayern. Die Grundlage dazu sei 2004 mit der Verleihung der silbernen Raute geschaffen worden, schon damals sei Hilar Burkard Vereinsehrenamtsbeauftragter gewesen.

Seither habe der FC in den Bereichen Ehrenamt, Jugendarbeit, Breitensport und Prävention Vorbildliches erreicht und sei nun in der Rauten-Weltliga angekommen. Vereine die nicht mit der Zeit gingen, gingen mit der Zeit, machte Bauer deutlich wie wichtig Vereinsarbeit heute ist. Vielerorts seien mit viel Herzblut gebaute Sportanlagen verwaist.