Die Abgeordneten der Grünen aus Unterfranken, Kerstin Celina, Patrick Friedl und Paul Knoblach, haben einen offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geschrieben, der der Redaktion vorliegt. Ihr Appell: Söder möge mithelfen, die Strecken der Mainschleifenbahn und der Steigerwaldbahn für einen Regelbetrieb zu reaktivieren.

Die Grünen beziehen sich ausdrücklich lobend auf eine Regierungserklärung Söders vom 21. Juli. Darin habe der Ministerpräsident von einem Konzept zur Reaktivierung stillgelegter Schienenstrecken gesprochen. Die Grünen sehen wie Söder darin Potenzial für die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs im ländlichen Raum, denn aus ihrer Sicht soll öffentliche Mobilität kein Privileg der Städte sein.

Öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum verbessern

Außerdem beziehen sich die drei Landtagsabgeordneten auf Empfehlungen der Enquete-Kommission zu gleichwertigen Lebensverhältnissen, die Anfang 2018 empfohlen habe, stillgelegte Eisenbahnstrecken zu reaktivieren, wenigstens aber zu sichern. Die Kommission empfahl laut Brief der Grünen auch, die geforderte Mindestzahl der Fahrgäste durch andere Wirtschaftlichkeitskriterien zu ersetzen. Außerdem spricht sie sich für Zuschüsse des Freistaats in die Infrastruktur der Bahnstrecken aus. 

Die Grünen fordern Söder auf, seinen Worten Taten folgen zu lassen und konkret die Mainschleifenbahn zwischen Volkach und Seligenstadt sowie die Steigerwaldbahn zwischen Schweinfurt und Großlangheim zu erhalten und zu reaktivieren. Im Fall der Mainschleifenbahn kritisieren die Grünen-Abgeordneten, dass der Startzeitpunkt für einen Regelbetrieb  von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft von Anfang 2026 auf voraussichtlich 2028 verschoben wurde.

Bei der Steigerwaldbahn seien sich widersprechende Gutachten zur möglichen Auslastung der Strecke im Umlauf. Außerdem ist die Strecke bereits an ein Gleisrückbauunternehmen verkauft worden. Inzwischen haben sich aber private Unternehmen gemeldet, die die Linie betreiben wollen.