Eigentlich sollte die Verabschiedung des langjährigen Großlangheimer Bürgermeisters Karl Höchner und der ausgeschiedenen Ratsmitglieder im Mai oder Juni über die Bühne gehen. Die Corona-Pandemie verhinderte das jedoch. Höchners Nachfolger Peter Sterk, dem neuen Ratsgremium und den Organisatoren gelang es nun, mit einer Abschiedsfeier am Sonntagnachmittag am See mit genügend Abstand zwischen den Leuten einen passenden Rahmen zu finden.

Die Abordnungen der örtlichen Vereine, Ehrengäste und viele Einwohner hatten sich eingefunden, um Höchner und die ehemaligen Ratsmitglieder zu verabschieden. Besonders großen Beifall gab es, als Peter Sterk seinen Vorgänger zum Ehrenbürgermeister ernannte und die Urkunde "für unermüdlichen Einsatz und große Verdienste um den Markt Großlangheim" überreichte.

Höchner war für die Jugend da

Für die musikalische Umrahmung sorgten die Großlangheimer Musikanten, der Männerchor und der Kinderchor, der bei den beiden Strophen der Langemer Nationalhymne "Mir sen vo Großalanga" von Höchner dirigiert wurde, der dann von Chorleiterin Petra Sterk zum Ehrenmitglied im Kinderchor ernannt wurde. "Der Karl war in allen Vereinen für die Kinder und die Jugend da", lobte der amtierende Bürgermeister diesen Einsatz. Aus dem Ratsgremium verabschiedet wurden Robert Sterk, Steffen Schumpa, Günter Grebner, Ernst Fuchs, Oskar Saum und Herbert Pfriem, der seit 1982 im Ratsgremium war und dessen "Blick und Ideen für Innovationen und die Zukunft" hervor gehoben wurden.

Bei der "Abschiedslaudatio" für Karl Höchner, 24 Jahre lang Großlangheimer Bürgermeister und Vorsitzender der VG Großlangheim, berichtete Sterk, dass in dieser Zeit im Ratsgremium rund 4000 Tagesordnungspunkte behandelt wurden und viele Investitionen zur Entwicklung des Dorfes auf den Weg gebracht wurden, so zum Beispiel für das Baugebiet Am Viehtrieb.

Eine Herzensangelegenheit sei für Höchner die Dorferneuerung gewesen: "Da hat er mit Leidenschaft wichtige Projekte umgesetzt". Als wichtigste Unternehmungen nannte Sterk die Hauptstraße, die ein völlig neues Gesicht bekam, die Neugestaltung von Plätzen, den Jugendkeller, das Kulturhaus oder den Umbau des ehemaligen Cafes Gunda zum Mehrgenerationentreff. Stets gute Vorbereitungen, viele Termine und Besprechungen seien die Grundlage für erfolgreiche Maßnahmen gewesen und "der Karl hatte immer eine Idee in der Schublade, sodass manches auf Anfrage des Amtes für ländliche Entwicklung hin schnell nachgeschoben werden konnte".

Vereine waren große Unterstützung

Dies sei auch bei der Umgestaltung des Seeumfeldes der Fall gewesen, "die war in der Grundplanung nicht drin". Am Ende blieben dann noch zwei Großbaustellen, wobei es sich um den derzeitigen Umbau des Josefstifts zum Haus für die Kinder und den Anschluss des Großlangheimer Abwassers an die Kitzinger Kläranlage handelt, "da sind wir auf der Zielgeraden", so Sterk.

"Allein schaffst du nichts, du brauchst immer Leute, die dich unterstützen", entgegnete Höchner auf die Worte seines Nachfolgers und erwähnte besonders auch die große Unterstützung durch die Vereine. Er bedankte sich auch für die gute Zusammenarbeit mit Landrätin Tamara Bischof und innerhalb der VG. Die Landrätin zollte "Respekt und Anerkennung für das, was er in 24 Jahren für die Gemeinde erreicht hat, er hat sie weit nach vorne gebracht, Großlangheim kann stolz auf Karl Höchner sein". Die erfolgreiche Dorfpolitik beruhe auch darauf, dass es den Großlangheimern gelinge, bei wichtigen Projekten an einem Strang zu ziehen, "das ist beeindruckend", so Bischof.

Für 25 Vereine, Verbände und Gruppierungen bedankte sich Roswitha Hadwiger, die die "unkomplizierte und produktive Zusammenarbeit" zwischen Bürgermeister, Gemeinderat und Vereinen als Grundlage dafür sah, dass die Dorfgemeinschaft von der erfolgreichen Dorfpolitik profitierte. "Karl Höchner hatte immer ein offenes Ohr für die Belange der Verein, was sich auch bei den verschiedenen Bauprojekten gezeigt hat, er hat so auch das Bild des Ortes über Jahre mitgestaltet".