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Rehweiler

Große Eventanlage in Rehweiler? Bürger und Gemeinde äußern sich

Bisher war Rehweiler ein ruhiger Ort; jetzt soll dort eine große Anlage für Veranstaltungen errichtet werden. Die Sorgen der Bürger und die Aussagen der Gemeindeverwaltung dazu.
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Der ehemalige Waldgasthof in Rehweiler, den Unternehmer Dieter Öchsner zum Eventhotel umgestalten möchte. Aktuell ist dort noch eine Baustelle, wegen der Erneuerung einer Brücke in Rehweiler. Foto: Tim Eisenberger
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Die Ankündigung des Unternehmers Dieter Öchsner,  aus dem ehemaligen Waldgasthof in Rehweiler ein Eventhotel mit einer 35 000 Quadratmeter großen Anlage für Feste im Freien zu machen, hat in dem kleinen Örtchen für mächtig Aufruhr gesorgt. Auf dem Richtfest der bereits eröffneten Gastronomie kündigte Öchsner an, einen Veranstaltungsort für bis zu 500 Personen zu schaffen, berichteten Rehweiler Bürger. Vor allem der angekündigte Außenbereich für große Feste bereitet den Bürgern Sorgen. Sogar von einem Party-Floß auf dem zum Gelände gehörenden Gewässer sei die Rede gewesen. 

Dagegen formiert sich nun Widerstand. Eine Unterschriftensammlung und mehrere Stellungnahmen gingen bei der zuständigen Gemeindeverwaltung in Geiselwind ein. Das bestätigt auch Wilfried Hack, Geschäftsstellenleiter der Gemeinde. Diese Redaktion erhielt mehrere Leserbriefe zu dem Thema und eine Gruppe von Bürgern lud ein, um ihre Sorgen mitzuteilen.

Bürger: Kein Platz für so große Events

Die Rehweiler Bürger befürchten, dass es mit der Ruhe im 280-Einwohner-Dörfchen bald vorbei sein könnte, wenn der Unternehmer seinen Willen durchsetzen kann. Dabei seien viele der Bürger gerade wegen der Ruhe nach Rehweiler gezogen oder hätten dort gebaut. "Wenn ich Trubel will, würde ich in die Stadt ziehen", sagt eine Bürgerin. Einem an das Grundstück angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieb würde die Expansionsmöglichkeiten genommen, für Veranstaltungen mit bis zu 500 Gästen sei in Rehweiler kein Platz und von diesen gehe mit Sicherheit eine Lautstärke aus, die man nicht ertragen könne, finden manche Anwohner. In Sichtweite zu Öchsners Hotel befindet sich eine Ferienpension, deren Gäste vor allem wegen der Ruhe und der Natur nach Rehweiler kommen.

Die Ankündigung auf der Homepage Öchsners, dass er in Rehweiler "die Nummer 1 für alle unvergesslichen Familien-, Firmen- und Hochzeitsevents in jeder Größe der Feier im natürlichen Steigerwald" werden möchte, bereitet den Bürgern Sorge. "Ohne Wenn und Aber seien derartige Angebote möglich", schreibt Öchsner weiter. 

Bürgerbeiteiligung kommt bald

Wilfried Hack von der Gemeinde Geiselwind beruhigt die Bürger von Rehweiler. "Ihre Anliegen haben bei uns oberste Priorität." Ohne vernünftiges Lärmschutzgutachten sei eine Änderung des Bebauungsplans nicht in Sicht. Und auch die versprochene Bürgerbeteiligung, die wegen Corona ausfiel, ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Sobald Bürgermeister Ernst Nickel Mitte August aus seinem Urlaub zurück sei, werde die Veranstaltung zeitnah stattfinden, sogar ein Termin in der ersten Woche nach dem Urlaub des Bürgermeisters sei möglich.

Außerdem habe die Gemeinde eine Stellungnahme des Investors angefordert. Dieser befindet sich aktuell ebenfalls im Urlaub und war für diese Redaktion deshalb nicht zu erreichen. Gegenüber dem Geschäftsstellenleiter Hack habe Öchsner aber ebenfalls Aufklärung versprochen und Verständnis für die Sorgen der Bürger gezeigt. 

Noch zu viele offene Fragen

Im Raum stehen laut Hack Hochzeitsveranstaltungen mit bis zu 100 Personen im Freien, aber nur unter Berücksichtigung der Lärmschutzgutachten, die selbstverständlich zugunsten der Bürger erstellt werden. Heißt: Ab 22 Uhr hat sich der Lärm auf ein Minimum zu beschränken. "Wenn diese Nutzung genehmigt wird, müssen auf dem Gelände natürlich auch ausreichend Parkplätze bereitgestellt werden", erklärt Hack und greift damit einer weiteren Sorge der Bürger vor, die befürchtet haben, dass bei Veranstaltungen im Eventhotel auf einmal die Straßen im Ort zugeparkt werden. 

Deshalb wurde die Entscheidung über eine Änderung des Flächennutzungsplans im Gemeinderat in der vergangenen Woche aufgeschoben. Es gebe noch zu viele offene Fragen, unter anderem zur erwarteten Stellungnahme des Unternehmers und zur Bürgerbeteiligung.