Eugen Preißinger, ehemaliger Direktor der Winzergenossenschaft Sommerach und langjähriger Vizepräsident des Fränkischen Weinbauverbandes, feiert am Dienstag, 19. Oktober seinen 75. Geburtstag. Das Gründungsmitglied der Weinbruderschaft Franken hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Winzergenossenschaft Sommerach unter seiner Führung über Jahre hinweg zur höchstprämierten und gleichsam finanziell leistungsfähigsten Genossenschaft in Franken entwickelte.

"Für mich stand stets eine marktorientierte Erzeugung mit gesundem Traubengut an oberster Stelle", erinnert sich Preißinger. Verbunden war dies mit der Zielsetzung, eine Erzeugungsmenge zu erreichen, die unter den gesetzlichen Vorgaben lag und die auch mit der Einführung entsprechender Kontrollen im Weinberg einherging.

Weinfonds eingeführt

Auch beim Fränkischen Weinbauverband sind Preißingers Verdienste unumstritten. In seiner 17-jährigen Amtszeit als Vizepräsident des Verbandes wurden wichtige, weinbaupolitische Entscheidungen getroffen. So wurde beispielsweise der Weinfonds, also die zunächst doch recht umstrittene Pflichtabgabe für die fränkischen Winzer eingeführt. Ebenfalls ganz wichtig war die Umsetzung der geforderten Qualitätskonzeption beziehungsweise Qualitätsphilosophie, mit der die Kehrtwendung im fränkischen Weinbau nach der Jahrtausendwende vollzogen wurde.

Preißingers Vorgabe "Menge runter, Qualität erzeugen und am Mark profilieren" erwies sich als positiver Knackpunkt im fränkischen Weinbau. Mit Stolz blickt der Jubilar auf zahlreiche Prämierungen und Auszeichnungen für die Sommeracher Genossenschaft, wie beispielsweise die Verleihung des Staatsehrenpreises in den Jahren 2002, 2005 und 2008 zurück. "Das waren die Früchte konsequenter, qualitätsorientierter Weinbergsarbeit sowie der Tüchtigkeit im Bereich der Kellerwirtschaft", erinnert sich Preißinger.

Der aus Leinach bei Würzburg stammende Jubilar erlernte zunächst den Beruf des Speditionskaufmanns, ehe er am 1. Januar 1973 mit der Geschäftsführung der Winzergenossenschaft Sommerach beauftragt wurde. In der 32-jährigen Dienstzeit von Eugen Preißinger wurden zahlreiche Investitionen in Millionenhöhe getätigt. Auch der Bau des heutigen "Weinreiches" wurde in der Ära Preißinger auf dem Weg gebracht.

Zugewinn von Winzern

Weitere Meilensteine in der Amtszeit von Preißinger waren der Flächenzuwachs durch den Zugewinn von Winzern aus Oberschwarzach, Kammerforst und Iphofen sowie die Anerkennung der Genossenschaft als Erzeugergemeinschaft. Nicht mehr aktiv ist der Jubilar in den Fachausschüssen des Fränkischen und Deutschen Weinbauverbandes. Dasselbe gilt auch für den Prüfungsausschuss der IHK Würzburg, dem er 25 Jahre lang angehörte.

Aufgrund besonderer Verdienste um das Genossenschaftswesen wurde Preißinger, dessen Ehefrau Annemarie 2009 verstarb, mit der goldenen Raiffeisenehrennadel ausgezeichnet. Der Weinbau liegt dem Jubilar nach wie vor am Herzen. Erste Gratulanten am Ehrentag sind die Töchter Kerstin und Ruth.