Das bunte Laub ist nun fast gänzlich von den Bäumen gefallen. Und trotzdem sieht der Garten im Herbst und Winter malerisch aus, wenn Gräser integriert sind, finden die Experten der Bayerischen Gartenakademie.

Gräser für alle Standorte

Je nach Art eignen sich Gräser für sonnige Rabatten, als Begleiter für Rosen, in Steppengärten und für Steingärten. Manche Grasarten gedeihen auch im (Halb-)Schatten und am und im Wasser. Gräser treiben im Frühjahr oft spät aus und erreichen erst im Sommer und Frühherbst durch ihre Wuchsgröße und die Blütenstände ihre Pracht. Besonders horstbildende Gräser können je nach Wuchshöhe im Hintergrund, in der Mitte des Beetes oder auch im Vordergrund stehen. Gräser sind Hauptdarsteller und setzen Akzente oder kaschieren manche Lücken.

Farbigkeit durch Gräser

Gras ist nicht nur grün. Manche Zierformen besitzen eine attraktive Blattfärbungen. Die Farbpalette reicht von Gelb über Rot zu Kupfer und Bronze. Auch blaue, silberblaue und graue Farbtöne findet man. Manche Gräser bekommen eine regelrechte Herbstfärbung, wenn die Farben im Spätsommer intensiv werden. Es gibt Sorten mit längsgestreiften Blättern, andere sind quergestreift. Dann schmücken weiße oder gelbe Bänder die grünen Blätter.

Die Halme sommergrüner Gräser verbräunen im Herbst. Immergrüne wie Segge und Marbel zieren auch im Winter den Garten mit grünen Trieben. Beide Gras-Arten bleiben recht niedrig, kommen gut im Halbschatten und Schatten zurecht.

Gartenbilder lassen sich durch Wuchsformen malen. Gräser können straff aufrecht wachsen wie Chinaschilf, Ruten-Hirse und Diamantgras. Diese Gras-Arten schaffen einen formalen Charakter, wenn sie in Reihe gepflanzt werden. Überhängende, bogig wachsende Gräser dagegen wie Pfeifengräser, Lampenputzergras und Federgras verbinden unterschiedliche Pflanzenhöhen und kaschieren im Herbst unschön gewordene Stellen. Andererseits heben diese Gräser die straff aufrechten und dunkelbraunen Samenstände der Sonnenhüte hervor.

Auch wenn jetzt im Herbst Gräser besonders attraktiv sind, sollten sie erst im Frühjahr gepflanzt werden, wenn der Gartenboden erwärmt ist. Manche horstbildenden Gras-Arten verkahlen von innen nach wenigen Jahren. Auch das Teilen und Neupflanzen sollte im Frühjahr geschehen. Sonst besteht die Gefahr, dass bei einem nassen Winter die Gräser faulen.

Sommergrüne Gräser schneidet man im zeitigen Frühjahr bodennah ab, noch bevor die neuen Triebe erscheinen. Blätter und Fruchtstände blieben über den Winter dekorativ und Vögel sind dankbar für die Nahrung aus den Samenständen.

Achten Sie auf den Ausbreitungsdrang der Gräser! Während horstbildende Arten nach einigen Jahren verjüngt werden sollten, können ausläuferbildende Arten schnell zu einem Problem im Garten werden, wenn man sie nicht aufhält.