• Gnodstadt: Metzgerei "Rögele" mit Appell an Bundesregierung
  • "Sohn hat Meister abgeschlossen": Familienbetrieb hätte Perspektive
  • Konkrete Forderung an Politik - "kein Ende in Sicht"
  • Metzgerei-Chef will "Bevölkerung wachrütteln"

Fast 120 Jahre lang gibt es die Metzgerei "Rögele" schon in Gnodstadt (Gemeindeteil von Marktbreit im Landkreis Kitzingen). Chef Frank Rögele hat den Betrieb 2007 von seinen Eltern übernommen, wie er gegenüber inFranken.de berichtet. Auch die nächste Generation steht schon in den Startlöchern: "Mein großer Sohn hat im vergangenen Jahr die Meisterprüfung abgeschlossen", erzählt Rögele. Doch die Energiekrise bereitet ihm riesige Sorgen. Deswegen hat er im Rahmen einer bundesweiten Aktion eine klare Forderung an die Ampel-Regierung in Berlin gestellt.

Metzger aus Gnodstadt will "Bevölkerung wachrütteln" - "Wachen sie endlich auf"

In den sozialen Medien zeigt sich Rögele im Verkaufsraum mit einem Schild. Die Aufschrift: "Ohne Unterstützung geht bei uns das Licht aus!" Der Metzgermeister fordert von der Politik in einem zugehörigen Text: "Wachen Sie endlich auf!" und "Stoppen Sie diesen Wahnsinn der Energiepreise!!!" Sollten sich 2023 die Preise vervielfachen, gehe "auch bei uns über kurz oder lang das Licht aus", heißt es weiter. Wie ist es zu dem öffentlichen Appell gekommen?

"Die Strompreise steigen immer mehr und auch die Prognosen lauten, dass sie weiter steigen werden. Deshalb hat der Fleischerverband dazu aufgerufen, sich zu fotografieren, und das Schild zu zeigen. Die Fotos wurden dann an die Regierung geschickt", sagt er. Er habe sich entschieden, "das Ganze auch in den sozialen Medien zu teilen, um die Bevölkerung wachzurütteln", erklärt der Unternehmer.

Denn von den höheren Energiepreisen seien auch die Verbraucher betroffen, "diese müssen sie schließlich ebenfalls bezahlen". Hierdurch werde auch die Kaufkraft sinken, prophezeit er. Bereits jetzt bemerke man, dass die Kundschaft zurückhaltender werde. "Gleichzeitig steigen auch die Preise bei den Zulieferern. Naturdärme, Fleisch, Gewürze, alles ist teurer geworden. Außerdem herrscht Personalmangel, neue Mitarbeiter zu bekommen, ist sehr, sehr schwierig", sagt Rögele.

Deckel für Energiepreise: Fränkischer Familienbetrieb kann nicht mehr kalkulieren

Dass seine Metzgerei nicht überleben könnte, denke er aber nicht. "Aber sie wird anders aussehen, wenn es so weitergeht. Verkürzte Öffnungszeiten wären denkbar, die Umstellung auf moderne Maschinen in der Produktion auch. Im Verkauf brauchst du aber weiter Personal mit der Nähe zum Kunden", erzählt der Chef des Familienbetriebs. "Die Mitarbeiter können nicht zehn bis zwölf Stunden am Tag durcharbeiten."

Was die Kosten für Strom, Öl und Gas angeht, hat er eine klare Forderung nach Berlin: "Von der Regierung sollte in der aktuellen Situation eine Grenze bei den Energiepreisen geschaffen werden, eine Deckelung würde ich hier für sinnvoll erachten", erklärt er. Er habe bereits vor längerer Zeit seinen Betrieb auf mehr Nachhaltigkeit umgestellt. "Gewürzmischungen, stelle ich selber her, um Zusatzstoffe weitestgehend zu vermeiden. Das Fleisch beziehen wir von der Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, dort haben die Tiere mehr Platz, die Aufzucht ist artgerechter, Antibiotika sind verboten."

Rögele wolle seine Metzgerei mit ihren zwei Filialen in Gnodstadt und Uffenheim für die Zukunft aufstellen, denn diese sehe er auch wegen der wahrscheinlichen Übernahme seines Sohns "durchaus positiv". Doch bei den Energiepreisen sei "kein Ende in Sicht und das macht es enorm schwer, zu kalkulieren und zu planen", sagt er. Deshalb habe er die Hoffnung, dass die Politik noch reagiert. 

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