Helmut Stadelmann feierte am 1. Februar mit der Familie seinen 85. Geburtstag. Kirche, Posaunenchor und Gesangverein sind ihm sehr wichtig. Fast frühlingshaft waren am Samstag die Temperaturen – vor 85 Jahren lag am Tag seiner Geburt viel Schnee, wie ihm seine Eltern erzählt hatten. Sogar der Doktor soll auf dem Weg nach Enheim im Schnee stecken geblieben sein.

Stadelmanns  Vater war bis 1949 in Kriegsgefangenschaft, 1951 verunglückte er tödlich. Zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester führte Helmut Stadelmann die Landwirtschaft weiter. Zwei Semester verbrachte er auf der Landwirtschaftsschule in Kitzingen.

1965 heiratete er Gerda Düll, beide übernahmen die Landwirtschaft. Doch es blieb auch die Zeit für Volkstanzabende. Heute geht das aufgrund seines Asthmas und einer Arthrose nicht mehr.

Er hatte viele Aufgaben im Ort

Helmut Stadelmann übernahm viele Funktionen und Aufgaben im Ort: Er pachtete die Enheimer Jagd, war bei der Feuerwehr, vor der Gebietsreform saß er im Gemeinderat, war Wiegemeister, betreute den Bauschuttplatz, war im Vorstand der Flurbereinigung und Obmann der Zuckerrübenanbauer und ehrenamtlicher Naturschutzwächter im Landkreis.

1966 begründete Stadelmann den Posaunenchor mit, in dem er noch heute Zugposaune bläst. 33 Jahre dirigierte er den Chor, heute macht dies sein Sohn Harald. Vielen Bläsern hatte er das Blasen beigebracht. Seit 1952 ist er Mitglied im Gesangverein, von 1977 bis 2003 war er dessen Vorsitzender. Gerne singt er noch im Zweiten Bass mit. "Früher war ich einer der Jüngsten, heute bin ich einer der Ältesten", sagt Stadelmann. Fast selbstverständlich, dass beide Chöre ihm zu Ehren ein Geburtstagsständchen am Nachmittag brachten – mit seinen Lieblingsliedern. Während andere Chöre von großen Nachwuchssorgen geplagt sind, funktioniere es in Enheim, ist er sehr stolz.

36 Jahre war der Jubilar zudem im Kirchenvorstand, zwölf Jahre als Vertrauensmann. Für sein Engagement hatte er 2005 das Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt erhalten.

Reisedokus im Kino sind seine Leidenschaft

Zu seinem Geburtstag gratulieren ihm neben seinen vier Kindern auch sieben Enkel, auf die er alle sehr stolz ist. Viele Bekannte und Freunde riefen an oder kamen zum Gratulieren, darunter auch Bürgermeister Rainer Ott, der einen Geschenkkorb der Gemeinde mitgebracht hatte. Zusammen mit seiner Frau Gerda fährt Helmut Stadelmann gerne ins Kino nach Dettelbach. Sie schauen sich die Filme in der Reise- und Dokureihe an. "Da kommt man auch in der ganzen Welt herum", meint er.