Rosemarie Hofmann aus Wiesenbronn feierte am Montag 80. Geburtstag. 40 Jahre Lehrerin, 18 Jahre im Gemeinderat, viele Jahre im Kirchenvorstand und in Sachen historische Nachforschungen zur Geschichte ihres Heimatortes eine Koryphäe: Rosmarie Hofmann ist nicht nur in Wiesenbronn eine bekannte Persönlichkeit, sondern auch im Landkreis.

Sie wurde im thüringischen Sonneberg geboren und verbrachte da die ersten drei Lebensjahre, bis der Vater zum Reichsarbeitsdienst nach Nördlingen versetzt wurde, wo sie aufwuchs. Als der Vater im Zweiten Weltkrieg 1942 fiel, war es für die Mutter nicht leicht, drei Kinder durchzubringen. „Ich bin ihr heute noch dankbar, dass sie es mir ermöglichte, zu studieren und Lehrerin zu werden“, erinnert sich die Jubilarin an die Zeit im Nördlinger Ries, wo sie bis 1964 wohnte und sechs Jahre als Lehrerin arbeitete. 1959 heiratete sie Hans Leins, sie bekamen zwei Söhne. Ihr Mann starb schon 1967 mit 32 Jahren an Krebs.

Da sie einen Katholiken geheiratet hatte und es damals in Bayern nicht leicht war, als „gemischt verheiratetes Ehepaar“ eine Anstellung zu finden, kamen die beiden nach Kitzingen, wo der Mann an der Wirtschaftsschule und die Ehefrau in der Volksschule in der Siedlung unterrichtete. Nach Wiesenbronn kam die Jubilarin durch die Ehe mit Karl Hofmann und in der Kitzinger Straße wurde das Haus gebaut. „Ich wurde dann schnell in das Gemeindeleben durch die Mitarbeit im Kirchenvorstand und im Gemeinderat integriert“, erzählt sie von den Anfangsjahren in Wiesenbronn, wo sie das Gemeindearchiv betreute und heute noch für das Kirchenarchiv zuständig ist.

Aus ihrer Feder stammt die Festschrift zum 400-jährigen Bestehen der Wiesenbronner Kirche, etliche Veröffentlichungen zur Geschichte Wiesenbronns und zu den Markungsumgängen, vor allem zu den Grenzstreitigkeiten mit Iphofen, Rüdenhausen und Großlangheim. Die Hände in den Schoß legen gibt es bei Rosmarie Hofmann nicht, „denn es ist wichtig, dass man sich noch Aufgaben stellt, wenn man älter wird“, verrät sie eines ihrer Rezepte für das Fitbleiben. So ist sie im Kirchenchor aktiv, führt das Protokoll bei den Natur- und Wanderfreunden, gehört zum Kreis der Aquarellmalerei, ist Lektorin in der Kirche und macht Führungen im Ort und auf dem Schwanberg. „Nicht zu vergessen die Betreuung der Enkelkinder“, von denen sie drei hat. wwo, Foto: Winfried Worschech