Ein Weinpräsent zum 70.: So überbrachte stellvertretender Landrat Paul Streng am Samstag der Repperndorferin Rosemarie Richter die Glückwünsche des Landkreises. Zum Jubeltag der ehemaligen Kreisrätin gratulierten auch ihre zwei Kinder mit Partnern.

Die gebürtige Sauerländerin hatte am 1. Februar 1950 das Licht der Welt erblickt. Ihren beruflichen Weg begann sie mit einer Ausbildung zur Industriekauffrau in Beckum. 1971 wechselte sie als Verwaltungsmitarbeiterin in den Dienst der Stadt Menden.

Kitzinger Tierarztpraxis bis 2013 geführt

1976 zog sie mit ihren Mann Wilhelm Richter nach Berlin. Während ihr Mann dort ein Veterinär-Studium absolvierte, arbeitete Rosemarie Richter als Arzthelferin in einer chirurgischen Unfallpraxis. Als Wilhelm Richter 1981 seinen Tierarzt-Doktortitel in der Tasche hatte, suchte das Paar bundesweit nach einer Stelle für ihn. Die Wahl fiel schließlich auf die Praxis des Kitzinger Tierarztes Dr. Bernhard Saft in der Gabelsbergerstraße. Wilhelm und Rosemarie Richter übernahmen die Praxis 1985 und führten sie bis zu Wilhelms Tod im Jahr 2013.

Vor allem der Kitzinger Tierschutzverein war dem Ehepaar Richter zu Dank verpflichtet, leisteten sie doch lange Jahre die tierärztliche Versorgung des Tierheims und verlangten dabei nur die Materialkosten.

Rosemarie Richter war zeitlebens außerdem ehrenamtlich engagiert, unter anderem als Vorsitzende des Förderkreises des Armin-Knab-Gymnasiums, zwei Amtsperioden als Gerichtsschöffin in Kitzingen und Würzburg, zwölf Jahre als Kassenprüferin des Caritas-Kreisverbandes oder als Lektorin und Pfarrgemeinderätin.

Von Stricken bis Kommunalpolitik

Daneben wirkte sie zusammen mit Ursula Pinkl als Bastelstundenleiterin in bei der Arbeiterwohlfahrt und brachte den Flüchtlingsfrauen im Kitzinger Corlette-Circle Häkeln und Stricken bei.

Ihren Bekanntheitsgrad erlangte die gebürtige Sauerländerin durch ihr kommunalpolitisches Wirken. Anfangs für die CSU und dann über zehn Jahre für die Kitzinger USW saß die jetzt 70-Jährige im Kitzinger Stadtrat und war auch Feuerwehrreferentin.

Ihre Geradlinigkeit und ihr Mut, auch unangenehme Fragen zu stellen und vieles zu hinterfragen, zeichnen sie aus. Die Farben der USW vertrat sie von 2008 bis 2014 auch im Kreistag.

Ihren Ruhestand verbringt die Hundemama von zwei Dackeln als Lesepatin an der Buchbrunner Grundschule, Lektorin in der evangelischen Pfarrgemeinde oder selbst lesend in Büchern oder ihrem E-Book.