Karl Rittiger aus Obernbreit feierte am Montag seinen 85. Geburtstag. Geboren ist der Jubilar in Drefze im Sudetenland.

Wohl unauslöschlich in sein Gedächtnis gebrannt ist sein 14. Geburtstag: Um 6 Uhr in der Früh wurden er und seine Familie in einen Viehwaggon gepfercht und in ein Lager abtransportiert. 17 Wochen verbrachte Karl Rittiger zusammen mit Familie und Nachbarn dort, eh es in Richtung Westen ging.

Gelandet sind die Rittigers nach der Vertreibung in Wässerndorf, wo sich der 14-Jährige als Bauernknecht verdingte, um der Familie die Miete zu ersparen. 1947 begann er dann eine Maurerlehre in Obernbreit, wohin er später zog. Nach der Gesellenprüfung arbeitete er als Vorarbeiter in Obernbreit und Marktbreit, eh er als Abschnittstechniker zur Flurbereinigungsdirektion ging. Seit 1995 ist er in Ruhestand.

Für seine neue Heimat Obernbreit war er 30 Jahre lang kommunalpolitisch tätig. Für die SPD zog er 1972 in den Gemeinderat, ein Ehrenamt, das er bis ins Jahr 2002 innehatte. In den Jahren 1990 bis 2002 vertrat er Bürgermeister Friedrich Heidecker als Stellvertreter. Sein handwerkliches Geschick diente in all den Jahren nicht nur der Gemeinde Obernbreit, sondern auch dem Verein Gartenbau und Heimatpflege.

Fit hält sich der 85-Jährige heute noch mit Nordic Walking und seinem Garten. Seit dem Jahr 2008 ist Rittiger verwitwet. Zum Geburtstag gratulierten die beiden Kinder und die vier Enkel ebenso, wie viele Bekannte und Verwandte, an erster Stelle seine Lebensgefährtin Irmgard Kröner, die aus dem selben Landkreis im Sudetenland stammt, wie der Jubilar.

Gute Erinnerungen an den damaligen zweiten Bürgermeister hat das heutige Ortsoberhaupt Bernhard Brückner (Foto rechts), der die Glückwünsche der Gemeinde am Montag persönlich überbrachte.