aus Brünnau feierte am Sonntag, 30. November, seinen 90. Geburtstag. „Bachgeisel“ nennen ihn die Brünnauer, weil der Hof, in dem er zeitlebens seine Landwirtschaft betrieb, im Dorf nahe dem Bach gelegen ist und es im Ort eine weitere Familie mit dem gleichen Nachnamen gibt.

Geboren wurde Hans Geisel in Bimbach, wo seine Eltern einen Bauernhof gepachtet hatten. Doch bereits die Schulzeit verbrachte der Jubilar in Brünnau, wohin die Familie – durch eine Erbschaft unterstützt – 1932 umsiedelte. Bereits mit 13 Jahren musste er den Hof versorgen, als der Vater 1939 in den Krieg einberufen wurde. Im Februar 1944 musste auch Hans Geisel einrücken und wurde nach der Grundausbildung im August 1944 als Soldat der Nachrichtenstaffel an die Westfront versetzt. Dort geriet er 1945 in amerikanische Gefangenschaft.

Auf den Tag genau nach zwei Jahren Krieg und Gefangenschaft kehrte er im Februar 1946 wieder ins Elternhaus zurück. Zwei Winter lang besuchte er dann die Landwirtschaftschule in Gerolzhofen, damit er den elterlichen Betrieb umfassend bewirtschaften konnte. Das Feuerwehrwesen lag Geisel immer am Herzen. Mit 25 Jahren übernahm er das Amt des Kommandanten, das er 31 Jahre lang ausübte. Deshalb war es für den Kreisbrandmeister und dritten Bürgermeister Martin Ebert eine besondere Ehre, dem Jubilar die Glückwünsche der Stadt Prichsenstadt zu überbringen (unser Foto).

Ehrenamtlich war der Landwirt außerdem Feldgeschworener – und das 46 Jahre lang. Von 1961 bis 2001 war er beim Bauernverband Ortsobmann und wurde auch vom Landkreis 16 Jahre lang als Naturschützwächter eingesetzt. Darüber hinaus war er bis zur Gebietsreform 1972 im Brünnauer Gemeinderat. Seine Frau Frieda lernte er kennen, als sie als Flüchtling bei Bekannten in Stellung kam. 1954 heirateten die Beiden und hatten drei Töchter und einen Sohn. Reinhard Geisel übernahm den Hof der Eltern und betreibt die Landwirtschaft heute im Nebenerwerb. Zur Nachkommenschaft zählen außerdem neun Enkel. Bereits 1990 wurde Hans Geisel Witwer. Doch er fand in Anneliese Zieracker aus Prichsenstadt wieder eine Gefährtin für gemeinsame Unternehmungen. Geistig fit hält er sich durch die Zeitungslektüre und das Fernsehen. TEXT/Foto: SABINE BERTHOLD