Am Freitag gratulierte Abtswinds Bürgermeister Jürgen Schulz einem der ältesten Bürger im Ort: Octavio Christina. Seit über zwei Jahrzehnten hat er im eher beschaulichen Abtswind einen ruhigen Hafen nach einem bewegten Leben gefunden.

Als Christina am 22. März 1929 geboren wurde, war seine Heimatinsel Curaçao nördlich von Venezuela noch Teil einer niederländischen Kolonie. Sein Vater war wie schon der Großvater Seemann und erzählte von seinen Reisen. Die Bücher, die Christina in seiner Jugend las, weckten zusätzlich die Sehnsucht, selbst etwas von der Welt zu sehen. Schon früh lernte er neben seiner Muttersprache Papiamento die Fremdsprachen Niederländisch, Englisch und Spanisch.

Später machte er sich auf nach Südostasien, kam nach Korea und arbeitete in Vietnam als Entwicklungshelfer. Mit ungefähr 30 Jahren wollte er eigentlich nur Freunde und Verwandte in Europa besuchen. Nicht aus Not, sondern weil es ihm gut gefiel, wollte er dann einige Jahre bleiben. Daraus wurden inzwischen rund 60 Jahre in Deutschland. Er heiratete eine Deutsche und wurde Vater von zwei Töchtern.

Von Wiesbaden führte der Weg nach Würzburg. Über 30 Jahre war Octavio Christina in ganz Unterfranken und darüber hinaus als Sprachlehrer und Tanzlehrer unterwegs. Bis heute versteht er sich als Botschafter der lateinamerikanische Kultur, in die er bei Heimataufenthalten wieder eintaucht. Über die Volkshochschule Kitzingen entstand der Kontakt nach Wiesentheid und schließlich die Verlegung des Wohnsitzes nach Abtswind.

Erst vor zehn Jahren gab er seine Tätigkeiten als Sprach- und Tanzlehrer auf. Die Familie ist über die Welt verstreut. Neben den Anrufen der Töchter aus Hamburg und Guadeloupe (Französische Antillen) erwartete Christina Anrufe und Grüße von den Verwandten in den Niederlanden und anderen Teilen der Welt.