aus Ilmenau feierte am Dienstag seinen 95. Geburtstag. Der Senior und frühere Bürgermeister des Geiselwinder Ortsteils freute sich über den Besuch von Bürgermeister Ernst Nickel und Stellvertreterin Annemarie Mauer. Böhm war 18 Jahre lang Bürgermeister in Ilmenau, fungierte danach noch sechs Jahre als Ortssprecher und war maßgeblich an der Flurbereinigung beteiligt. Die Gemeinde Geiselwind verlieh ihm dafür den Ehrenring.

Der geistig rege Senior hat ein einfaches Rezept für sich. „Man muss jeden Tag raus an die frische Luft und sich interessieren für die Dinge, die in der Gemeinde und um einen herum passieren. Den Rest macht der liebe Gott“, sagte er. Auch am Geburtstag drehte er eine kleine Runde zu Fuß.

Böhm wurde am 20. September 1921 in Ilmenau geboren, wo er mit sechs Geschwistern auf dem elterlichen Bauernhof aufwuchs. Nach der Schule absolvierte er eine Schlosserlehre im Kloster Münsterschwarzach, später wurde er Bauschlosser. Die Wehrmacht zog ihn zum Kriegsdienst ein, fünf Jahre war er zur Flakabwehr bei der Marine, zuletzt in Norwegen, wo er in Gefangenschaft geriet. Nach der Gefangenschaft besuchte Böhm einen Kriegskameraden in Kirchrohr bei Straubing.

Dort lernte er Franziska, die Schwester seines Kameraden, kennen, die später seine Frau wurde. 1949 heirateten beide und zogen nach Ilmenau, wo sie sich ein Häuschen bauten. Acht Kinder bekamen die beiden, dazu gibt es mittlerweile 18 Enkel und fünf Urenkel. Seine Frau ist seit zwei Jahren pflegebedürftig, die Kinder kümmern sich um sie. Beruflich war Böhm zunächst bei einer Baufirma tätig, ehe er zur Autobahnmeisterei nach Tennenlohe kam. Dort blieb er bis zu seinem Ruhestand. In seinem Heimatort kennt Böhm nahezu jeden Quadratmeter Wald und Flur. Früher ging er leidenschaftlich und viel spazieren, zudem trug Böhm die Zeitung im Dorf aus. Die Zeitung liest der Jubilar heute noch täglich. Text/Foto: Andreas Stöckinger