Nach der Auftaktveranstaltung mit Frau Mechthild Engert, Gartenbaufachberaterin am Landratsamt Kitzingen und Staudengärtner Till Hofmann zu unserer Info- und Mitmachkampagne „Lebendige Gärten“ stand nun die erste Gartenreise an.

Auf Einladung des Bundes Naturschutz Volkach trafen sich 21 Gartenfreunde an den Hausgärten von Anita Wagenhäuser und Michael Zwanziger. Die Vorsitzende Gerda Hartner freute sich über die gute Resonanz, die die Initiative „Lebendige Gärten“ bei den Volkachern gefunden hat. Die meisten Besucher kamen, um zu lernen oder sich bestätigen zu lassen, dass sie mit der Gestaltung ihres eigenen Gartens auf dem richtigen Weg sind.

Anita Wagenhäuser, die seit vielen Jahren einen naturnahen Garten bewirtschaftet, führte die Interessierten an zahlreiche geheimnisvolle Ecken. „Hier darf sich die Natur entwickeln. In der Hecke mit heimischen Pflanzen finden Vögel ihre Nahrung sowie Versteck- und Nistmöglichkeiten, der Totholzhaufen umrahmt von Brennnesseln ist ein Eldorado für Insekten und Igel, die Trockenmauer und der Steinhaufen bieten trockenheitsliebenden Pflanzen und Tieren, wie Eidechsen, einen Rückzugsort, und die Staudenbereiche sind Nahrungsspender für Schmetterlinge und Wildbienen“, betonte die ambitionierte Gärtnerin.

Chemische Pestizide und Dünger seien tabu. Ihre Erfahrung: Wenn die Natur die Chance erhält, ein Gleichgewicht herzustellen, wird die Zahl der Nützlinge so groß, dass die sogenannten Schädlinge kaum mehr Schaden anrichten können.

Ebenfalls vielfältige Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Pilze hat Michael Zwanziger in seinem Naturgarten geschaffen. Hier wachsen wilde Möhre neben Wiesensalbei, finden sich die Falter „Tagpfauenauge“ „Bläuling“und der selten gewordene Schwalbenschwanz ein, huschen Zauneidechsen im Schutze der Benjeshecke, bieten die alten Obstbäume Nahrung und die angebrachten Nistkästen den Höhlenbrütern, wie den Meisen, Schutz und Bruterfolg. Wasserbecken laden die Vögel zum Trinken und Baden ein. „Es macht mir sehr viel Freude, wenn ich auf der Terrasse sitze und dem Zirben der Heuschrecken und dem Gesang der Vögel lauschen kann“, erklärte der Hobby-Gärtner.

Wichtig für ihn sei auch, dass die Natur vieles selbst regle und ihm viel Gartenarbeit abnehme. Die Besucher zeigten sich begeistert, wie sich auf kleinem Raum Artenvielfalt entwickelt, wenn der Gartenbesitzer die richtigen Weichen stellt und der Natur einen gewissen Freiraum lässt. Die Vorsitzende dankte den Naturgärtnern für die offenen Gärten und den Besuchern für ihr Interesse am naturnahen Gärtnern.

Leider hat sich bis jetzt noch kein Häuslebauer oder Gartenbesitzer gefunden, der seinen Garten nach den Grundsätzen einer naturnahen Gartengestaltung anlegen oder umgestalten möchte. Das Angebot zur Unterstützung durch den BN Volkach besteht weiterhin. Bitte melden Sie sich unter Tel.: (09381) 9879.

Von: Gerda Hartner (Vorsitzende Bund Naturschutz Volkach)