Nach Weihnachten ist vor Fasching: Wer gedacht hat, in Corona-Zeiten mit der Verkleidung als Panzerknacker das optimale Fastnachtskostüm gefunden zu haben, wird enttäuscht sein. Nicht nur, dass der Fasching komplett ausfällt, auch die schwarze Augenbinde wäre untauglich. Sie verhindert zwar, erkannt zu werden, aber Mund und Nase bleiben frei. Da hört der Spaß schnell auf.

Und auch das dünne Mundtuch vorm Gesicht, mit dem der Gesetzlose Jesse James einst die Eisenbahn überfiel und wie es der Jurist und Kitzinger Oberbürgermeister Stefan Güntner zurzeit bevorzugt trägt, wäre heute im Zug undenkbar. Der Überfall würde ausfallen, weil James gar nicht mehr den Wagon betreten dürfte. Gesetz ist Gesetz.

Nein: Es muss jetzt eine FFP2-Maske sein. Die hat allerdings einen Nachteil: Sie filtert nicht nur die Aerosole aus der Luft, sondern auch die Luft selbst wird dünn. Deshalb lautet eine Empfehlung, sie nicht länger als 75 Minuten am Stück zu tragen, um danach eine halbe Stunde ohne durchzuschnaufen.

Für den Einkauf, wenn denn irgendwann wieder alle Geschäfte geöffnet sind, stelle ich mir das spannend vor: Mit Betreten des Geschäfts läuft die Zeit. Endlos bummeln, mal hierhin, mal dorthin greifen, ist vorbei. Die Devise lautet: Raus aus den Klamotten, rein in die Umkleidekabine, umziehen,  prüfender Blick – raus!

Entweder gefällt einem Hemd, Bluse, Jacke auf den ersten Blick, oder das nächste Kleidungsstück muss her. Lange Diskussionen, bevorzugt mit dem genervten Ehepartner, entfallen. Die Luft wird knapp!

Wenn dem Partner dann allein vom Zuschauen plötzlich schwarz vor Augen werden sollte, muss es also nicht an der Kleiderwahl liegen. Es kann auch mit dem abnehmenden Sauerstoffgehalt hinter dem FFP2-Dings zu tun haben.

Da wird häufiger der Spruch zu hören sein: "Du, Schatz, entschuldige, aber ich muss jetzt eine halbe Stunde an die frische Luft! Mach doch schon mal ohne mich weiter. . ."