Die Anlegestelle für Hotelschiffe in Volkach hängt vorerst in der Luft, weil dafür das Geld fehlt. „Das ist so voluminös, das wir es alleine nicht stemmen können“, erklärte Bürgermeister Peter Kornell am Dienstagabend bei den Haushaltsberatungen des Stadtrats. Der hofft nun, dass sich unter den drei Reedereien, die mit ihren schwimmenden Hotels in Volkach anlegen wollen, ein Investor findet.

Der Abschied von den hochfahrenden Plänen für die Kreuzfahrtschiff-Anlegestelle fiel der Stadt offensichtlich nicht leicht. Die Vorplanungen hätten allerdings gezeigt, dass das Vorhaben „zu wuchtig“ und für die Stadt „wirtschaftlich nicht machbar“ sei, betonte Kornell.

Ein Abschied von dem Vorhaben ist aber keineswegs ausgemacht. So stehen jeweils 100 000 Euro für 2014 und die beiden Folgejahre im Investitionsetat – Geld, mit dem das Mainufer rund um die Anlegestelle attraktiv gemacht werden könnte. Optimismus verbreitet auch Tourismuschef Marco Maiberger mit Blick auf das Projekt und das Interesse dreier Kreuzfahrtenanbieter: „Es kann sein, dass es heuer noch unter Dampf kommt.“ Darauf hofft auch Kornell. Sein Favorit ist eine Reederei, die anderswo in Deutschland Kapital in Anlegestellen stecke.

Erklärter Gegner der Hotelschiff-Pläne bleibt Alfred Weissenseel (FWG). Der hält die städtischen Investitionen für wenig sinnvoll. Der Boom der Flusskreuzfahrten sei vorbei, das Interesse für diese Art des Urlaubs gehe zurück. Dem widersprach Maiberger. Die Stadt Wertheim baue inzwischen den dritten Anleger, „weil die Nachfrage so groß ist und weil Geld in der Stadt hängen bleibt.“ Laut einer Studie landeten 25 Euro pro Tag und Kreuzfahrttourist im jeweiligen Anlegeort.

Eindringlich warb der Tourismuschef für die Anlegestelle am Volkacher Mainufer. Die Kreuzfahrer wollten weg „von den ausgetretenen Pfaden“ und ihren Gästen Individualtourismus bieten. Volkach sei bei den Reedereien sehr beliebt. Wie beliebt zeigten die Pläne der Fränkischen Personen-Schifffahrt (FPS). Die schippert laut Maiberger in Kürze 6000 Gäste – verteilt über zehn Wochen – nach Volkach.