Der Verein Geschichte in Buchbrunn sucht händeringend Nachfolger zur Betreuung des Langhauses, das 2006 nach frühzeitlichen Funden errichtet worden war und seither als Prestigeobjekt die Siedlungsgeschichte vor 7000 Jahren sichtbar macht.

Vorsitzender Saschan Korder bedauerte in der Sitzung des Vereins, dass sich lediglich zwölf Mitglieder im Feuerwehrhaus einfanden. Dabei gehe es um nicht weniger als die Frage, ob und in welchem Umfang das von überregionalem Interesse geprägte Langhaus saniert werden soll. Zudem gehe es um den Fortbestand der Museumspädagogik, ohne die ein Erhalt des Areals wenig Sinn mache.

Als 2001/2002 eine steinzeitliche Siedelung einschließlich menschlicher Überreste gefunden wurde, entstand der Verein. In der Folge wurde mit wissenschaftlicher Unterstützung die Replik eines verkürzten Langhauses auf der Grundlage von vorgefundenen Gebäuderesten errichtet. Die stark verkürzte Version ist zu einem Drittel eingedeckt, der Rest stellt bauliche Zwischenstufen dar.

Sanierung steht an

Der nicht eingedeckte Gebäudeteil muss nach 14 Jahren saniert werden, denn der Zahn der Zeit hat deutliche Schäden hinterlassen. Die Museumspädagogik wurde maßgeblich von Gabriele Koch geprägt. Mehrere Aufrufe nach Unterstützung verhallten im Dorf ungehört, dabei gehört die frühgeschichtliche Anlage nicht dem Verein, sondern ist Gemeindeeigentum. Für die meist älteren Betreuer werde der Kontakt zu Schulkindern, die das Steinzeitgelände besuchen, immer schwieriger.

Das Langhaus erhielt – obwohl es sich um einen Nachbau und kein Original handelt – dank seiner authentischen Bauweise zahlreiche Auszeichnungen und wurde im 2018 im Denkmalschutzkalender abgebildet. Es ist zudem in Broschüren und sogar Schulbüchern zu finden.

Enttäuscht äußerte sich Dieter Koch, der das Gelände als Baufachmann betreut. Er vermisste junge Bürger ebenso wie Mitglieder des Gemeinderates. Gemeinderatskandidaten hätten sich vor der Wahl in den Tourismus einbringen wollen.

Bauhof braucht Unterstützung

Koch zeigte Bilder vom Verlauf der Ausgrabungen. Das Langhaus sei 2006 zwar mit Mitteln aus dem Programm Leader+ mit 60 Prozent maßgeblich gefördert worden, verbunden jedoch mit der Auflage, dort pädagogische Arbeit zu leisten. Das Team kann, so Gabriele Koch, die Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen mangels Nachwuchses inzwischen nicht mehr stemmen. Zudem werde der Altersunterschied zu Besuchern immer größer.

Zahllose Bürger hatten sich am Bau beteiligt, die fachgerechte Reet-Dacheindeckung übernahm die Dachdeckerinnung Dietmarschen mit zwei Fachleuten, die sieben Kubikmeter Reet verbauten, das 22 Zentimeter dicke Dach ist bis heute dicht. Es wurde 2016 sogar noch erweitert.

Bürgermeister Hermann Queck will den Gemeinderat über die Beschaffung von neuem Stammholz entscheiden lassen. Er sicherte die vorsorgliche Absicherung des Langhauses gegen unbefugtes Betreten zu. Wie bisher werde sich der Bauhof um bauliche Maßnahmen kümmern, brauche dazu aber Unterstützung der Bevölkerung.

Fachpersonal ist teuer

Korda unterstrich, dass eine Sanierung nur mit nachfolgenden Veranstaltungen Sinn mache. Er würdigte die Leistung von Gabriele Koch, die in rund zehn Jahren etwa 3000 Besucher betreute. Ohne Sanierung bleibe vorübergehend etwa ein Drittel stehen, denn auch dieser Teil sei vom Verfall bedroht.

Susanne Kieser beklagte, dass jeder Besucher Geschichte zum Anfassen mitgenommen habe. Fachpersonal zu beschäftigen sei zu teuer. Dennoch will sich Queck wegen Unterstützung durch die interkommunale Allianz umhören, damit sowohl die Baubetreuung als auch die Pädagogik fortgeführt werden.

Thomas Friederich, wie sein Bruder Michael kein Mitglied im Verein, brachte den Einsatz des Bundesfreiwilligendienstes ins Gespräch. Wolfgang Döring regte die Beschäftigung eines Mitarbeiters in der Verwaltungsgemeinschaft an, der zeitweise frei gestellt werden könne.