Wie war das eigentlich damals in der Steinzeit? Wie haben die Menschen gelebt? Wie sahen ihre Waffen aus, wie konnten sie Feuer machen, wie haben sie sich geschmückt? Das alles konnten große und kleine Besucherinnen und Besucher des Segnitzer Museumsfestes am Sonntag herausfinden.

Das Team um Norbert Bischoff hatte einiges auf die Beine gestellt: Da gab es steinzeitliche Waffen und Geräte zu bestaunen und vor allem die kleinen Gäste staunten fasziniert, wie mit Feuerstein und Stroh ein Feuer entzündet wurde. Oder wie ein handbetriebener Bohrer mit vielen Umdrehungen ein Loch in einen Stein bohren konnte. Auch zeitgemäßer Schmuck wurde feilgeboten – von stilecht gekleideten Marktleuten, die in Lederlatschen und Leinengewänder gekleidet waren. Nicht fehlen durften vergrabene Schätze im Sandkasten, allerlei Tand kam hier bei den kleinen Schatzsuchern zum Vorschein. Außerdem konnten sie töpfern, Schmuck herstellen und Stockbrot probieren.

Natürlich war auch das Museum geöffnet. Die Ausstellung der Segnitzer Grabfunde aus verschiedenen Jahrhunderten lockte die Besucher und faszinierte auch die Kinder. Wann sieht man schon mal eine täuschend echte Puppe mit Bernsteinschmuck und original Armreifen? Auch der Film, der im Museum als Dauerschleife läuft und das Bestattungswesen der verschiedenen Zeitalter nachzeichnet, wurde gerne gesehen. Und nach all der Information und Kultur konnten die Besucher auch einfach in der Segnitzer Sonne sitzen und Leckes vom Grill und aus den Gärtnereien genießen.

Die volle Ladung Information gab es bereits am Samstagabend. Dagmar Fügmann von der Universität Würzburg hielt einen spannenden und bildreichen Vortrag über religiöse Vorstellungen und Bestattungskulturen in Geschichte und Gegenwart.

Zu feiern gab es am Wochenende nicht irgendein Museumsfest, sondern das Team vom Museum Segeum konnte gleich drei Jubiläen begehen: Vor 50 Jahren wurden die ersten Funde einer Grabstelle auf dem Flurstück "Kleiner Anger" gemacht und damit begann das archäologische Engagement der Gärtnergemeinde. 2002 wurde dann der erste Teil des Museums in der ehemaligen Schule eröffnet, in der Ausstellung konnten die Fundstücke aus den Grabungsstellen betrachtet werden. Nach weiteren Grabungen im Schind wurde 2012 das Museum erweitert, neue Zeitalter wurden erforscht und dargestellt.

Bis heute wird das Museum Segeum vom Arbeitskreis Kultur und Tourismus der Gemeinde von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern organisiert, inklusive des Museums-Cafés an jedem ersten Sonntag im Monat. Das Museum Segeum ist – nicht nur am Museumstag – ein wahres Kleinod, das attestierte auch Dagmar Fügmann in ihrem Vortrag am Samstag. Und machte Mut, das Engagement hier unbedingt beizubehalten.