Das vom Markt Schwarzach geplante Baugebiet "Etterswasen II" in Gerlachshausen ist erst einmal auf Eis gelegt. Ein Gerlachshäuser hat beim Verwaltungsgericht Würzburg Klage gegen die Verwirklichung des Baugebiets eingelegt. Ob das Gericht die Klage zulässt, ist noch offen. Zunächst muss die Gemeinde eine Stellungnahme zu den Argumenten des Klägers beim Verwaltungsgericht abgeben.

Erst Ende November des vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat das Vorhaben am nördlichen Ortsrand mit einem Satzungsbeschluss für die Aufstellung des Bebauungsplanes auf den Weg gebracht. 44 Bauplätze sollen am Etterswasen II entstehen. Der Bebauungsplan sieht eine Erschließung des Baulands in zwei Bauabschnitten vor. Eigentlich sollte es bereits in diesem Jahr mit 24 Baugrundstücken losgehen. Ein zweiter Bauabschnitt in den Folgejahren sollte die restlichen Flächen für 20 neue Häuser erschließen.

Proteste gab es schon länger

"Geplanter Baubeginn ist im Frühjahr 2020", sagte Bürgermeister Volker Schmitt bei der Beschlussfassung im November, bei der nur ein Ratsmitglied dagegen stimmte. Das Gemeindeoberhaupt hatte nicht damit gerechnet, dass gegen den Bebauungsplan gerichtlich vorgegangen wird. Mittlerweile sitzen angehende Häuslebauer und Baufirmen bereits in den Startlöchern, um die Fundamente für die neuen Häuser zu errichten. Den Namen des Klägers wollte Schmitt mit der Begründung nicht mitteilen, dass es sich um ein offenes Verfahren handele.

Blick zurück: Im Vorfeld der Aufstellung des Bebauungsplan hatten mehrere Gerlachshäuser Widerstand angekündigt und beim Anhörungsverfahren der Gemeinde Proteste mit entsprechenden Stellungnahmen eingereicht. Von unnötigem Flächenfraß und Flächenversiegelung sowie einer nicht hinnehmbaren Verkehrsanbindung war damals die Rede. Auch in einer der letzten Bürgerversammlungen taten die Beschwerdeführer ihren Unmut über die Größe des Baugebiets und den dadurch erheblich steigenden Verkehr kund. Ob einer dieser damaligen Baugebietsgegner nun Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht hat oder ein anderer Gerlachshäuser eine Entscheidung per Gerichtsurteil herbeiführen will, ist nicht bekannt.

Stopp für mehrere Jahre möglich

Unklar ist auch, ob die Klage das Baugebiet verhindern, nur verzögern oder einen Kompromiss bringen wird. "Im Moment wissen wir jetzt auch nicht was, wie, wo", erklärte Bürgermeister Schmitt auf Anfrage enttäuscht. Bis das Gericht entschieden hat, ob es die Klage zulässt, sind erst einmal alle weiteren Planungen und Aktivitäten in Etterwasen II gestoppt. Im Frühjahr wird es in dem Baugebiet also voraussichtlich keinen Startschuss geben. Lediglich die Suche nach Bodendenkmälern kann weiter gehen, so der Ortschef. "Für beide Bauabschnitte." Um die Rechtssituation abzuklären, hat Schmitt einen Rechtsanwalt eingeschaltet. "Dann werden wir sehen, wie es weitergeht." Sollte das Verwaltungsgericht die Klage zulassen, könnte sich die Realisierung des Baugebiets enorm verzögern, vielleicht sogar um Jahre.