Die Gemeinde Sulzfeld hat seit Sonntag mit Altbürgermeister Gerhard Schenkel einen Ehrenbürger. Bürgermeister Matthias Dusel verlieh ihm bei einem Festakt im Rathaussaal die Würde des Ehrenbürgers, was die höchste Ehrung der Gemeinde ist. Er ist nach Peter Vollert Mitte des vergangenen Jahrhunderts der erst zweite Ehrenbürger in der Geschichte der Gemeinde. "Ich danke allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern im Gemeinderat und auch den Vereinen, sonst wäre vieles nicht möglich gewesen", übte sich der Ehrenbürger in Bescheidenheit.

Gerhard Schenkel war 1984 in Sulzfeld zum jüngsten ehrenamtlichen Bürgermeister in Bayern gewählt worden. Als damals 28-Jähriger habe er innovativ gearbeitet und in den 36 Jahren seiner Amtszeit viele gute Taten für Sulzfeld vollbracht. Eines seiner größten Verdienste seiner Amtszeit war die Altortsanierung, die er mit viel Überzeugungsarbeit den Bürgerinnen und Bürgern vermittelte. Dadurch sei der Charme des Dorfkerns herausgearbeitet und der Ort lebenswerter geworden. Auch sei Schenkel mutig den Weg zur Einführung einer Gestaltungssatzung gegangen.

Aus heutiger Sicht waren alle Maßnahmen richtig

"Aus heutiger Sicht kann man festhalten, dass all diese Maßnahmen richtig waren und erheblich dazu beigetragen haben, dass Sulzfeld einer der schönsten Orte im Weinlandkreis Kitzingen ist", erklärte sein Nachfolger Matthias Dusel. Seine Einschätzung belegten im Jahr 2009 der Landessieg und die Silbermedaille auf Bundesebene sowie die Auszeichnung als einer von 100 Genussorten in Bayern. Die Sanierung des Renaissance-Rathauses, des Friedhofs und die Ausweisung von Baugebieten habe Schenkel ebenfalls initiiert und deswegen bezeichnete Dusel den neuen Ehrenbürger als "unseren Bauherrn der Neuzeit".

Auch die Sanierung der Mainlände trage Schenkels Handschrift, dort habe die Gemeinde investiert, um die Möglichkeiten der Naherholung und Freizeitgestaltung der Bürgerinnen und Bürger zu steigern. "Es ist auch wirklich bemerkenswert und wertvoll, dass er seine langjährigen Erfahrungen weiter als Ratsmitglied und 3. Bürgermeister und Gemeinderat einbringt", würdigte Dusel seinen Vorgänger. Er zollte ihm seinen Respekt für die 36 Jahre, denn das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters sei aufwändig, zeitraubend, verantwortungsvoll und man sei dabei nie "everybody's Darling".

Die stellvertretende Landrätin sprach von einem kommunalpolitischen Rückzug auf Raten, wirkt der CSU-Mann doch immer noch im Kreistag. Die CSU-Landtagsabgeordnete Barbara Becker bescheinigte Schenkel "herausragende Verdienste" in den 36 Jahren und dass er früh den Altort als Juwel erkannt habe. Sein Name stehe für den bundesweit hervorragenden Ruf der Maustal-Gemeinde bei Touristen. Sie attestierte ihm, oft über den Tellerrand hinaus geschaut zu haben und dabei beherzigt zu haben, dass "man Menschen mögen müsse" und sie auch auf dem Weg mitnehmen.

Ehrenbriefe und Ehrentaler verliehen

"Herzlichen Dank für diese salbungsreichen Worte", bedankte sich der Ehrenbürger bei den Laudatoren. Die Entwicklung des Ortes habe die Ratsgremien in den 36 Jahren jeweils zusammengeschweißt zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger.

"Ihr habt euch über Jahre hinweg in den Dienst der Bürgerinnen und Bürger gestellt, dafür gebührt euch unser Dank", wandte sich Matthias Dusel an die im Mai vergangenen Jahres aus dem Gemeinderat ausgeschiedenen Frauen und Männer. Er hob deren Arbeit am Ratstisch, aber auch in den Vereinen und dem Dorfleben hervor und Matthias Dusel ehrte Rainer Krumpholz nach 30 Jahren Gemeinderatsarbeit mit dem Ehrenbrief der Gemeinde. Ehrentaler der Gemeinde bekamen Elke Weigand, Claudia Borchard-Wagner, Rainer Wich und Heinrich Hofmann.

Den Festakt untermalten die einheimischen Brüder Luis und Maximilian Lauter am Klavier und zeigten, was sie sich in der Marktbreiter Musikschule angeeignet haben.