Nachdem der Bürgerentscheid gelaufen ist und der Standort für den künftigen Kindergarten in Wiesentheid nun feststeht, legte der Gemeinderat in seiner Sitzung weitere Schritte fest. So wurde Bürgermeister Klaus Köhler ermächtigt, den Tausch der Grundstücke für das Areal am Lindachsgraben vorzunehmen. Außerdem wird die Planung für den zunächst zweigruppigen Kindergarten nach dem Vergaberecht ausgeschrieben.

In der Sitzung wirkte bei manchem der Räte die Enttäuschung über den Entscheid doch noch hörbar nach. Im Vorfeld war das Gremium ja bei der Standortfrage gespalten. So hatten sich etwa Otto Hünnerkopf und Georg Stürmer für den Platz im Seeflur stark gemacht. Aus dem Ganzen lasse sich nicht folgern, dass die Wiesentheider den Lindachsgraben wollen, merkte Hünnerkopf an.

Kindergarten schnellstmöglich bauen

Sein Ratskollege Stürmer verwies darauf, dass diejenigen, die abstimmten, sich mit zwei Drittel für den Seeflur positioniert hätten. Dagegen formulierte es Gemeinderat Hans Müller etwas pragmatischer. Für ihn habe es gezeigt, dass es einem großen Teil der Bevölkerung egal sei, wo der Kindergarten entstehen solle. Wichtiger sei, dass er gebaut werde. Nachkarten bringe nichts, es gelte nun, den Kindergarten so schnell als möglich zu errichten, sprang ihm auch Andreas Laudenbach zur Seite. Er wünschte sich, dass die Räte dazu ihre Ideen für den künftigen Platz austauschen und gemeinsam entwickeln.

Laudenbach plädierte für einen zweistöckigen Bau. Dann könne man im Obergeschoss auch andere Einrichtungen unterbringen. Auch Bürgermeister Köhler warb dafür, dass die Räte ihre Ideen möglichst frühzeitig einbringen mögen. Als Träger des neuen Kindergartens wird wieder der Verein Elisabethenheim fungieren.

In der Sitzung wurden außerdem die Bebauungspläne in den Ortsteilen Feuerbach und Reupelsdorf weiter voran getrieben. Dort sollen jeweils rund 20 Bauplätze entstehen. Bei der Behandlung der Stellungnahmen aus der öffentlichen Auslegung gab es keine größeren Einwände.

Vodafone muss längeren Weg nehmen

Dagegen ist der Markt nach wie vor nicht einverstanden mit den Plänen des Unternehmens Vodafone. Das möchten ein Glasfaserkabel von Dettelbach in Richtung Bamberg verlegen – und dabei über die Hauptstraße in Reupelsdorf. Ein erster Vorschlag wurde von der Gemeinde bereits abgelehnt, da die Straße erst erneuert wurde. Die Alternative der Gemeinde um den Ort herum wird vom Mobilfunkunternehmen als problematisch erachtet, weil sie länger ist.

Gemeinderat Walter Rosentritt gab zu bedenken, dass bei einer Verlegung durch den Ort rund 25 Querungen in der neu hergestellten Straße erfolgten. "Dann hätten wir einen Fleckerlteppich", so Rosentritt. Das Gremium legte fest, dass man weiterhin auf die Alternativstrecke um den Ort herum bestehe.