Keine Zustimmung gab es im Wiesenbronner Rat in der Sitzung am Dienstagabend zum Antrag der Telekom für einen 16 Meter hohen sogenannten "Schleuderbetonmast" mit einem sechs Meter hohen Systemaufsatzmast hinter dem Bolzplatz.

Die Deutsche Funkturm GmbH teilte der Gemeinde mit, dass das Verfahren wieder aufgenommen werden soll, nachdem die Gesellschaft den von der Gemeinde vorgeschlagenen Standort auf dem Feuerwehrgerätehaus abgelehnt hatte und den Mast am alten Standort will. Dort wäre der Mast außerhalb der Gestaltungssatzung, gab Bürgermeister Volkhard Warmdt zu bedenken - auch Dorfplaner Tom Buchholz lehne den vorgesehenen Standort ab.

Harald Höhn bezeichnete das Schreiben des Landratsamtes als "starkes Stück", da nicht klar sei, ob es sich bei diesem Standort um Außen- oder Innenbereich handle und für das Amt nichts zu beanstanden sei, da es sich nach seiner Auffassung um den Innenbereich handle. Falls doch der Außenbereich vorliege, könne das Argument "Verschandelung der Landschaft" vorgebracht werden, argumentierte Höhn.

Gemeinderat ist einer Meinung

Reinhard Fröhlich trat dafür ein, eine andere Lösung zu finden und aus dem Rat kam der Vorschlag, den Funkturm hinter der Biogasanlage zu installieren. Christian Gebert wollte erst klären lassen, ob es sich beim Platz hinter dem Bolzplatz um Innen- oder Außenbereich handelt, was Zustimmung im Rat fand. Der Telekom-Antrag zum Mastbau auf Flurnummenr 259/1 wurde einstimmig abgelehnt.

Deutliche Worte richtete der Bürgermeister an Bauwillige, die teilweise einfrach draufloswerkeln: "Ohne ausreichende Genehmigung wird ein Schwarzbau erstellt". Volkhard Warmdt nannte ein Einfamilienhaus Am Geisberg , "das wir nicht genehmigt haben. Ich bin richtig angefressen, denn niemand kann machen, was er will."

Bedenken gegen den Solarpark in Castell

Dem Rat lag der Bebauungsplan "Solarpark Schaftrieb" mit einer Änderung des Flächennutzungsplans im Parallelverfahren der Gemeine Castell vor, bei dem es auch um die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange geht. Der Bürgermeister verwies auf die unmittelbare Nähe des Solarparks zur Wiesenbronner Gemarkung. Hendrik Wenigerkind brachte als Argument gegen das Vorhaben gefährdete Tierarten vor und teilte nicht die Casteller Einschätzung, "dass aus unterschiedlichen Gründen nichts dagegen steht und keine Ausnahmegenehmigung nötig ist". Aus dem Rat wurden auch "erhebliche Bedenken" wegen der Auswirkungen der Solaranlage auf Landschaft und Erholung vorgebracht. Der Wiesenbronner Rat stellte einstimmig fest, dass Wiesenbronner Interessen berührt sind, weshalb der Antrag auf Beteiligung an dem Verfahren gestellt wurde.

Ebenso einstimmig wurde beschlossen, das Planungsbüro Buchholz/Platzöder mit der Überarbeitung und Fortschreibung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) einschließlich der Bedarfsermittlung für die umzusetzenden Maßnahmen zu beauftragen.

Lehrerwohnhaus wird renoviert

Vom Dorfschätzeverbund berichtete der Bürgermeister, dass es ein neues Logo der Gemeinschaft gibt und Wiesenbronn Budgetzusagen für Bücherei, Outdoorspielsachen, Walderlebnisausstattung und Vorplatz des Kindergartens bezüglich Blühflächengestaltung erhalten hat. Bekannt gegeben wurde, dass mit dem Parkplatz am ehemaligen Schulhaus begonnen, der erste Probecontainer mit Klärschlamm beladen und die Friedhofsmauer verfugt wurde und die Fassadenrenovierung am ehemaligen Lehrerwohnhaus mit einer Vollsperrung der Straße für bis zu zwei Wochen im Mai beginnt. Der Bürgermeister bedankte sich bei Karl und Wilhelm Ackermann für die Pflege des Weinlabyrinths.

Für den Kinderspielplatz in der Körnerstraße wurde zum Preis von 4500 Euro das Spielgerät "Sandbaustelle Grünspecht" angeschafft. Die Raiba-Stiftung und die Sparkassenstiftung gaben dazu jeweils 1000 Euro, wofür sich der Bürgermeister herzlich bedankte.