Nachdem im November schon der Bauausschuss den Anbau am Kindergarten "Spielwiese" in Martinsheim diskutiert hatte, stimmte am Montagabend auch der Gemeinderat der Erweiterung zu. Erwartungsgemäß hatten in der Sitzung in der alten Schule in Gnötzheim einige Räte Bedenken wegen der hohen Kosten.

Auf zirka 1,9 Millionen Euro werden diese derzeit geschätzt, nach Abzug von Fördermitteln bleiben rund 1,2 Millionen Euro für die Gemeinde. Letzterer Betrag entspricht fast schon den Anfang des Jahres ursprünglich geschätzten Gesamtkosten von rund 1,3 Millionen Euro. Unter anderem sind die gestiegenen Lohn- und Materialkosten sowie die stark erhöhten Entsorgungskosten für Erdaushub und Bauschutt für den Kostenanstieg verantwortlich. Auch die geplante Holzbauweise statt Mauerwerk sowie die Erneuerung der Heizungsanlage und der Einbau einer Lüftung und einer Photovoltaikanlage mit Speicher im bestehenden Kindergarten tragen dazu bei.

Kaum Möglichkeiten, die Kosten zu senken

Ein Antrag, letztere Anlage gesondert zu planen und auszuschreiben wurde abgelehnt, da bei einer Schätzung von rund 30 000 Euro der zusätzliche Aufwand und die möglichen Komplikationen im Vergleich zum Einsparpotenzial zu gering erschienen. Auch in anderen Bereichen gibt es kaum Möglichkeiten die Kosten zu senken, so ist zum Beispiel der Einbau eines Speiseraumes und einer Küche zwingend nötig, um die Förderung zu erhalten.

Keinen Zweifel gab es darüber, dass der Anbau nötig ist. Momentan wird der Turnraum als Gruppenraum genutzt. Dies wurde vom Landratsamt nur vorübergehend unter der Auflage genehmigt, dass die Gemeinde den Kindergarten bald erweitert.

Auch bei der Feststellung des Bedarfes durch die Verwaltungsgemeinschaft hat sich seit der letzten Planung 2019 nichts geändert. Durch die Ausweisung von neuen Baugebieten in Martinsheim, Enheim und Gnötzheim werden in absehbarer Zeit somit 19 Krippen-, 30 Kindergarten- und 26 Schulkindplätze benötigt, derzeit sind ohne die Zusatzgruppe zwölf Krippen-, 25 Kindergarten- und 30 Schulkindplätze verfügbar.

Gemeinsame Obdachlosenunterkunft für alle Gemeinden

Zwei Anträge zur Errichtung von Einfamilienhäusern in Martinsheim wurden genehmigt. Ebenso wurde der Verlängerung einer Baugenehmigung für eine Halle, einen Stall und eine Güllegrube im Außenbereich von Martinsheim zugestimmt.

Trotz einiger Bedenken, weil keine Kosten bekannt sind, stimmte der Gemeinderat dem Vorhaben einer gemeinsamen Obdachlosenunterkunft für alle Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit zu.

In der Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht im Ortsteil Gnötzheim wurden zwei derzeit unbebaute Baugrundstücke hinzugefügt. Für die Erschließung des neuen Baugebiets in Gnötzheim ist für den 27. Januar 2022 die Submission geplant, informierte Bürgermeister Rainer Ott.

Die Gemeinde weist darauf hin, dass auch in diesem Jahr Feuerwerk auf öffentlichem Grund verboten ist.