Es klingt bürgerfreundlich bis innovativ, was Lorenz Hofmann von den Freien Wählern in der Ratssitzung beantragte: Eine Einheitsliste für die Kommunalwahl 2014. „Denn wir sind weder rot noch schwarz und brauchen keine Parteipolitik im Rathaus“, sagte Hofmann. So neu allerdings ist die Geschichte nicht. In den vergangenen zwei Kommunalwahlen hatte es den gleichen Vorstoß gegeben hatte – ohne Erfolg.

Den Antrag von Lorenz Hofmann unterzeichneten die fünf Ratsmitglieder der Freien Wähler (FW) sowie Julian Philp von der Albertshöfer Junge Liste (AJL) und Philipp Wenkheimer von der Stimme der Jugend (SdJ). Roland Kundmüller von den Freien Wählern favorisiert eine Einheitsliste über Parteigrenzen hinweg. Sollte diese zustande kommen, würde er die Frage von Bürgermeister-Kandidaten unabhängig davon sehen. „Jetzt können SPD und CSU zeigen, ob sie dazu stehen, was sie in vergangenen Wahlkämpfen propagiert haben“, erklärte Kundmüller. „Jede Partei und Gruppierung muss überlegen, wer unter welchen Voraussetzungen die besten Chancen hat“, meinte CSU-Bürgermeister Horst Reuther. Wie seine Stellvertreterin Katharina Riedel von der SPD, will sich Reuther noch auf keine Position festlegen, das Thema erst intern besprechen. Jedenfalls sieht Reuther die Existenz des CSU-Ortsverbands und des SPD-Ortsvereins positiv, beide würden als Vereine das Dorfleben mit diversen Veranstaltungen bereichern. Katharina Riedel verweist auf die kommunalpolitische Vielfalt durch mehrere Listen für die Gemeinderatswahl. Der Bürgermeister sieht die Listenwahl in Albertshofen ohnehin nicht durch Parteizugehörigkeit festgezurrt. Denn von den aktuell fünf Räten der CSU-Fraktion haben drei kein Parteibuch. „Da sind wir offen und das soll auch so bleiben“, meint Reuther.

Philipp Wenkheimer befürwortet den Vorstoß wenngleich er sich bewusst ist, dass er persönlich davon einen Nachteil haben könnte. Denn die interessierte Jugend im Dorf hatte vor sechs Jahren die Initiative ergriffen und gleich zwei Jugendlisten auf die Beine gestellt. Da kleinere Listen durch das Wahlverfahren besser wegkommen, zogen Julian Philp und Philipp Wenkheimer in den Gemeinderat ein. Würden sie nächstes Jahr auf einer Einheitsliste stehen, müssten sie damit rechnen, ihre Arbeit am Ratstisch vielleicht nicht beide fortsetzen zu können. Daran verschwendet Philipp Wenkheimer aber keinen Gedanken, wichtiger sind ihm mehrere Faktoren, die eingängig erscheinen. Seiner Meinung nach könnte viel Arbeit und Geld für Wahlkampfplakate und dergleichen gespart werden. Mit einer Liste von 28 Personen würden Leute kandidieren, die Interesse daran hätten, im Gemeinderat mitzuarbeiten. Wenkheimer ist sich mit Philp bewusst, dass durch eine Einheitsliste ihr Wiedereinzug in den Gemeinderat gefährdet sein könnte. „Ich glaube, dass jeder seine Chance hat, unabhängig vom Listenplatz“, sagt Philp.

„Eine Einheitsliste ist alle sechs Jahre im Gespräch“, sagt die Vorsitzende des CSU-Ortsverbands, Heidi Plömpel, zu dem Vorstoß aus dem Lager der Freien Wähler. Sie will kein Statement dazu abgeben, sondern erst, wenn sich die CSU intern eine Meinung gebildet hat.