Über 13 Millionen Euro stehen im Etat 2017 hauptsächlich für Bauarbeiten auf Straßen und an Plätzen, den der Marktgemeinderat verabschiedet hat. Aber auch die Erschließung von Bauland, die Kinderkrippe und die Rotkreuz-Unterkunft verschlingen viel Geld.

Beraten hatten die Wiesentheider Gemeinderäte bereits über den 26,4 Millionen Euro-Haushalt für 2017; die Eckdaten waren ausdiskutiert. Vor dem fast einstimmigen Beschluss in der jüngsten Sitzung jedoch hatten die Fraktionen das Wort.

Von einer „geordneten und ausgeglichenen Haushaltslage“ sprach Bürgermeister Werner Knaier (CSU) bei der Haushaltsverabschiedung. Fast sieben Millionen Euro habe die Gemeinde in diesem Jahr tatsächlich investiert, über das Doppelte war vorgesehen. Doch würden auch andere Behörden mitreden und deren Belange müssten berücksichtigt werden. Über 13 Millionen Euro sind 2017 für Bauprojekte vorgesehen.

Knaier zählte auf: die Fertigstellung der Entlastungsstraße zur B 286 und den Anschluss an die Kreisstraße nach Abtswind, die Verbindung von der Geesdorfer Straße zur Prichsenstädter Straße, den Umbaubeginn des Schlossplatzes und des Säulesmarktes, die Fortsetzung der Dorferneuerung am Kirchplatz in Reupelsdorf, die Erschließung von Baugebieten in Geesdorf und Wiesentheid, den Anschluss der Kläranlage Untersambach an Wiesentheid, die Fertigstellung des Rettungszentrums, die Fortsetzung der Sanierung des Rathauses und die Errichtung einer Kinderkrippe.

Michael Rückel (Bürgerblock sowie für SPD und FWG Feuerbach) begrüßte den Handlungsspielraum für nötige Projekte, die mit Zugriff auf die Rücklagen ohne Kreditaufnahme finanziert werden könnten. Er freute sich, dass ein Ende der Holperpiste nach Untersambach in Sicht sei. Bei der Organisation großer Feste setzte er auf den neuen Tourismusreferenten, um gute Gruppen zu bekommen, denn Kirchweih und Weinfest müssten gestärkt werden. Auch wenn seinem Wunsch, die Entscheidung über den Kinderkrippen-Standort vor der Haushaltsverabschiedung zu treffen, nicht entsprochen worden sei, werde der Bürgerblock den Haushalt nicht blockieren.

Keine Schlüsselzuweisungen

„Wir können stolz sein“, sagte Stefan Möhringer (CSU) mit Blick auf die Entwicklung und die Finanzkraft der Gemeinde. Dafür gebe es halt keine Schlüsselzuweisungen. Die Punkte, die der Bürgermeister genannt hatte, wollte Möhringer nicht alle wiederholen. Wichtig sei der CSU aber auch die Sanierung oder Umnutzung vorhandener Gebäude im Rahmen der Städtebauförderung, Wohnmobilstellplätze, E-Bike-Station, ein Hot-Spot im Schlosspark oder ein barrierefreier Zugang zum Sitzungssaal sowie die Unterstützung der Ehrenamtlichen. „Auch 2017 müssen wir die Anliegen und Interessen unserer Bürger aufgreifen und gute Entscheidungen für die Weiterentwicklung Wiesentheids treffen“, lautete sein Wunsch.

„Nicht viel hinzuzufügen“ hatte Walter Rosentritt (Wählergemeinschaft Reupelsdorf), der für die Fraktionsgemeinschaft BV Geesdorf, WG Reupelsdorf, CWG und WOW das Wort ergriff. Ein angemessener Anteil von fast 2,3 Millionen Euro an den geplanten Investitionen fließe in die Ortsteile.

Sehr kritisch äußerte sich der fraktionslose Frank Hufnagel (Bündnis 90/die Grünen). Als Reupelsdorfer sei er schon enttäuscht, dass dort angekündigte Projekte noch nicht begonnen wurden. Ebenso hält er die Personalentwicklung, zum Beispiel für die Steigerwaldhalle, für bedenklich. Grundsätzlich sprach er von einem überfrachteten Haushalt, zumal schon jetzt abzusehen sei, dass viele Investitionsgelder nicht verbraucht würden. Bei der Suche nach dem Kinderkrippen-Standort sprach er von einer teilweisen Konzeptlosigkeit. Er regte an, sich außerhalb des Gemeinderats zu einem Klausurwochenende zu treffen, um einmal mehr Zeit zum Diskutieren zu haben.

Kritik zurückgewiesen

Die Vorwürfe ließ Bürgermeister Knaier nicht unwidersprochen. „Wir haben vieles bewegt, weswegen von Konzeptionslosigkeit keine Rede sein kann.“ In Reupelsdorf seien die Arbeiten am Kirchplatz zum Beispiel noch nicht gestartet, weil das Amt für Ländliche Entwicklung derzeit kein Geld habe. Für andere Projekte habe man sich um Fördergelder gekümmert. „Da muss man wohl mit Augenbinde durch die Gegend laufen, wenn man von Konzeptlosigkeit spricht“, sagte Knaier.