Seit das Coronavirus im Frühjahr Einzug gehalten hat, tagen die Wiesentheider Gemeinderäte nicht mehr im dafür vorgesehenen Sitzungssaal im Rathaus. Stattdessen finden die Beratungen seitdem in der Steigerwaldhalle statt. Andere Gremien nutzen die Halle ebenso dafür. Die Mehrzweckhalle ist dadurch jedoch für den Sportbetrieb nahezu gesperrt, was den Vereinen im Markt mit Blick auf den Übungsbetrieb im kommenden Winter Sorgen macht.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates sprach Walter Rosentritt (Reupelsdorfer Liste) das Thema an und fragte, ob man die Sitzungen künftig nicht in ein anderes Gebäude verlegen könne. Bürgermeister Klaus Köhler (Bürgerblock) gab an, er sei ebenso bereits mehrfach darauf angesprochen worden. Die Halle sei für den Sport gedacht, dafür solle sie auch künftig genutzt werden.

Pfarrheim oder Schafhof ebenfalls im Gespräch

Die Kommune werde nachfragen, ob es etwa in den Gemeinschaftshäusern in den Ortsteilen, wie in Reupelsdorf oder Untersambach, möglich sei, die Sitzungen zu halten. In Frage käme auch das Pfarrheim oder der Schafhof in Wiesentheid, so Köhler.

Zu Beginn der Ratssitzung monierte Otto Hünnerkopf (CSU-Pro Wiesentheid), dass der Bürgermeister keinen der von seiner Fraktion bereits im September gestellten sechs Anträge auf die Tagesordnung genommen habe. Das verstehe er nicht, es handle sich um wichtige Dinge, wie den Stand der Sanierung der Nikolaus-Fey-Schule oder der Sanierung der Kläranlage. Die Anträge würden schließlich "nicht aus Jux und Tollerei" gestellt, so Hünnerkopf.

Bei seiner Antwort holte Bürgermeister Köhler etwas aus. Er habe zu jedem der sechs Punkte eine schriftliche Antwort zurück geschickt. Die Anträge würden "zu gegebener Zeit" behandelt. Er habe einige der Themen in die dazu geschaffenen Ausschüsse delegiert, die dort behandelt würden.

In dem ein oder anderen Fall gebe es aus seiner Sicht, so Köhler, keine neuen Erkenntnisse. Zudem sei das Behandeln mancher der angesprochenen Punkte sehr aufwändig, zuletzt habe ihm auch die Zeit für manche Fragen gefehlt. Köhler gebot, dass er gerade fünf Monate im Amt sei und für manche Themen eben mehr Zeit benötige. Verwaltungsleiter Christian Sturm sagte auf Nachfrage, dass die Verwaltung laut Satzung drei Monate Zeit habe, auf die Eingaben zu reagieren.