Bürgermeisterin Gerlinde Stier hatte sich zu Beginn der ersten Sitzung des Kleinlangheimer Marktgemeinderates am Dienstagabend im VfL-Sportheim für das neue Jahr "hoffentlich weniger Aufgaben und nicht so arbeitsreich" gewünscht. Ob das in Erfüllung geht, dürfte bezweifelt werden, hatte es doch der letzte Tagesordnungspunkt im öffentlichen Teil in sich. Dabei ging es in einem Schreiben der Regierung von Unterfranken vom 28. Dezember um den "Vollzug der Asyldurchführungsverordnung".

Zum bisherigen Stand der Dinge äußerte die Bürgermeisterin, dass Asylsuchende in der Gemeinschaftsunterkunft bleiben durften, wenn sie keine Wohnung fanden. Nun aber werde ihnen in der neuen Verordnung untersagt, zu bleiben, stattdessen müssen sie zunächst eine Obdachlosenunterkunft aufsuchen und wenn keine Wohnung gefunden werde, müsse die Gemeinde dafür sorgen. Auch für eine eventuell nachkommende Familie habe die Kommune diese Aufgabe zu erfüllen, wofür man auch in Vorkasse gehen müsse, was mit Schwierigkeiten bei der finanziellen Rückforderung verbunden sein könne. "Das hat Auswirkungen, da wir uns kümmern müssen und da was zu finden, wird sehr schwierig. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, das können wir nicht stemmen", lautete das erste Fazit der Bürgermeisterin.

"Das ist ein Thema, das alle angeht"

Derzeit seien in den von der Regierung angemieteten Häusern 86 Leute untergebracht, was sechs Prozent der Einwohnerschaft bedeute. Erfreulicherweise gebe es Menschen, die sich um die Asylsuchenden kümmern, "aber es ist eigentlich ein Thema, das alle angeht und das nicht auf Kleinlangheim und Kitzingen abgewälzt werden kann", so die Bürgermeisterin. Es wäre ungerecht, wenn nur die beiden Kommunen das leisten müssten.

Die Bürgermeisterin berichtete, dass sie sich auch schon an Landrätin Tamara Bischof gewandt habe, die dazu geraten habe, sich wiederum an die politischen Vertreter zu wenden, was auch schon inklusive eines Berichts an die zuständigen Ministerien mit dem Zusatz geschehen sei, dass die neue Verordnung für Kleinlangheim nicht machbar sei. Bisher habe sie vom Landtagsabgeordneten Halbleib eine Antwort erhalten, die verlesen wurde und die auch den Passus enthält, dass der Abgeordnete an den Regierungspräsidenten geschrieben und auf die Überforderung der Kommunen verwiesen habe.

"Das Ganze ist eine unangemessene Härte für uns und wenn das verwirklicht wird, dann brauchen wir nichts anderes mehr zu machen, als uns darum zu kümmern", befürchtete die Bürgermeisterin in ihrem Schlusswort.