Die Stadt Kitzingen beteiligt sich mit 15 000 Euro pro Jahr an der Weiterentwicklung der Demenz-Service-Stelle im Caritashause in der Schrannenstraße zu einer Fachstelle für pflegende Angehörige in Stadt und Landkreis Kitzingen.

Schießt der Kreistag den gleichen Betrag zu, soll die seit 15 Monaten aktive Servicestelle ausgebaut und bis 2016 Vermittlung und Hilfe für immer mehr von Demenz betroffene Menschen im Landkreis bieten.

Der Finanzausschuss des Kitzinger Stadtrats stimmte in seiner jüngsten Sitzung dem gemeinsamen Förderantrag von Caritas und Diakonischem Werk zu. Die beiden Wohlfahrtsverbände werden die Trägerschaft der Fachstelle übernehmen.

Nach einiger Diskussion um eine möglichst gerechte Verteilung der finanziellen Lasten zwischen einzelnen Städten, dem Landkreis und der Stadt Kitzingen fiel die Entscheidung für den Zuschuss einstimmig. Nach der Ansicht von Oberbürgermeister Siegfried Müller wird der Freistaat mit seinem Zuschuss von 8500 Euro einer Aufgabe allerdings nicht gerecht. „Es ärgert mich maßlos, dass der Freistaat auch in diesem Fall wieder was anstößt und es dann auf die Kommunen abwälzt“, sagte der OB. Dennoch, einer deutlichen Mehrheit war das aufkommende „Gefeilsche“ um die Kostenverteilung angesichts des immensen menschlichen Problems, das hinter der Krankheit Demenz und deren Auswirkungen steht, zu viel.

Klar war dabei von Anfang an, dass niemand an dem Bedarf für eine solche Einrichtung zweifelt. „Die Stelle ist dringend notwendig“, sagte nicht nur Hartmut Stiller (CSU). Das hätten auch die 15 Monate gezeigt, in denen die Demenz-Servicestelle in Betrieb ist. Rund 70 Einzel-, Paar- der Familienberatungen seien bisher durchgeführt worden, heißt es in dem Antrag. Dazu kämen Angebote wie Gesprächskreise für pflegende Angehörig, Vorträge und Qualifizierungsmaßnahmen für haupt- und ehrenamtliche Kräfte zur Entlastung der betroffenen Familie. Die acht Stunden in der Woche geöffnete Vor-Ort-Anlaufstelle sei gut angenommen worden. Deren Finanzierung läuft allerdings Ende 2013 aus.

Deshalb jetzt der Anlauf für die Fachstelle. Beide Träger gehen dabei von Personalkosten in Höhe von jährlich rund 50 000 Euro aus. Der Freistaat ist mit einer Förderpauschale in Höhe von 8500 Euro dabei. Trotz „nicht unerheblicher Eigenmitteln der beiden Träger“ bliebt einen Deckungslücke von rund 30 000 Euro jährlich. Die Hälfte übernimmt die Stadt, der Kreistag entscheidet über die zweite Hälfte – vermutlich in den Haushaltsberatungen im Frühjahr 2014.

Infos zur Service-Stelle: Ansprechpartnerin ist Petra Dlugosch, Tel. (0 93 21) 22 03 0. Internet: www.demenz-kitzingen.de