Nicht nur für 30 Erstklässer steht am Dienstag der erste Schultag in der Drei-Franken-Schule in Geiselwind an. Neu dazu kommen auch drei siebte Klassen, die ab dem kommenden Schuljahr dort unterrichtet werden. Die komplette siebte Jahrgangsstufe der Mittelschule aus Wiesentheid zieht wegen der dortigen Sanierung mitsamt dreier Lehrkräfte nach Geiselwind um. "Das ist kein Problem, wir haben hier genug Platz", sagt Geiselwinds Schulleiterin Susanne Stark wenige Tage bevor es wieder los geht.

Überhaupt merkt die Schule in der Steigerwaldgemeinde nun so langsam den "Puma-Boom" in Geiselwind. Die Ansiedlung des Sportartikel-Giganten, sowie weiterer Firmen im Gewerbegebiet, dazu das neue Baugebiet, diese Faktoren machen sich bemerkbar. "Das ist auch gut so", findet Bürgermeister Ernst Nickel.

Nicht nur in seinem Rathaus, auch in der Schule, meldeten sich zuletzt immer wieder neue Bürger an. "Wir hatten erst in den letzten Tagen noch drei Zuzügler, die in die erste Klasse kommen. Dadurch sind es nun 30 Kinder, so dass wir zum Glück jetzt zwei erste Klassen bilden können", berichtete die Schulleiterin.

In den Ferien wurde vieles erledigt

Sie und ihr Team hatten in den Sommerferien einiges zu tun. Neben dem Erstellen von Stundenplänen, dem Konzept wegen Corona sowie den Büroarbeiten mussten einige Zimmer aus- und umgeräumt werden. Vieles, wie etwa die Malerarbeiten, erledigte Hausmeister Rudi Albert. Mit angepackt bei den Zusatzschichten in den Ferien hätten auch Lehrer, einige Eltern und auch Schüler, lobt Schulleiterin Stark.

Es galt, manches zu organisieren, damit die drei siebten Klassen – zwei Regelklassen und eine M-Klasse – einziehen können. So wird es getrennte Eingänge, wie auch Pausenhöfe, für Grund- und Mittelschüler ins Schulhaus geben, was auch wegen der Pandemie-Vorschriften sinnvoll sei, so Stark. Überhaupt lassen sich die Bereiche der "Großen und Kleinen" räumlich leicht trennen.

Für Geiselwinds Bürgermeister Nickel war es keine Frage, die Klassen aus Wiesentheid bei sich aufzunehmen. Die 1971 als Grund- und Hauptschule gebaute Drei-Franken-Schule sei "in top Zustand" und groß genug. Schließlich bot sie einst bis zu 480 Schülern Platz, so Nickel. Als die Schule in Prichsenstadt neu gebaut wurde, habe man die rund 100 Schüler von dort auch problemlos untergebracht.

Auslagerung wohl auch in den kommenden Jahren

Die Busverbindungen seien kein Problem, außerdem kämen 14 der rund 30 Siebtklässler ohnehin aus dem Gemeindegebiet Geiselwinds. Lediglich vier Tage die Woche sind die Schüler in Geiselwind, jeweils nur von 8.15 Uhr bis 13 Uhr. Das Mittagessen, der Nachmittagsunterricht und die Betreuung finden dann in Wiesentheid statt. Jeweils mittwochs werden sie dort unterrichtet, wegen der vorgeschriebenen Praxistage.

Wiesentheids Schulleiterin Susanna Zeier sieht der Auslagerung entspannt entgegen. Sicher sei das organisatorische Mehrarbeit und nicht so einfach. "Es ist eine sportliche Herausforderung, aber es ist zu stemmen. Ich bin sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit in Geiselwind haben." In Wiesentheid sei der Platz eh schon knapp, zudem habe man durch den Umbau nun zwei Räume weniger zur Verfügung.

Drei Lehrkräfte werden mit nach Geiselwind ziehen und müssen nicht pendeln. Das habe man bereits besprochen. Was die Verwaltung der Jahrgangsstufe betreffe, werde auch alles über Wiesentheid laufen. "Die Schüler müssen sich hier bei uns krank melden."

Insgesamt wolle man den Schulbetrieb in Geiselwind "so wenig wie möglich belasten", sagt Rektorin Zeier. Sie rechnet damit, dass auch in den kommenden Jahren während der Schulsanierung in Wiesentheid einige Klassen in die Nachbargemeinde ausgelagert werden.