Ein Antrag zur Errichtung einer Mehrzweckhalle oder der Erweiterung der bestehenden Turnhalle, sorgte im Geiselwinder Gemeinderat für hitzige Diskussionen. Die Gemeinderätinnen Margot Burger und Eva-Maria Rückel hatten die Anfrage im Vorfeld an die Verwaltung gestellt. Bürgermeister Ernst Nickel hatte das Ganze finanziell von der Kämmerei sowie allgemein prüfen lassen.

Die Sitzung fand im neuen Feuerwehrhaus statt. Bürgermeister Nickel nahm den Antrag mit auf die Tagesordnung, weil dort über den neu zu bauenden Allwetterplatz der Schule beraten wurde. Dieser Platz, wie auch der bereits genehmigte Neubau des Kindergartens sowie die Turnhalle, könne man nur im gesamten Zusammenhang betrachten, hieß es.

Der Bürgermeister und die Verwaltung wiesen beim Thema Turnhalle darauf hin, dass aktuell kein schulischer Bedarf für eine Erweiterung bestehe. Die Größe von 27 mal 15 Meter sei auch für den Vereinssport ausreichend. In Geiselwind gebe es genügend Räume für Versammlungen und Veranstaltungen.

Bau einer Mehrzweckhalle freiwillige Leistung, keine Pflichtaufgabe

Ein Bau einer Mehrzweckhalle sei eine freiwillige Leistung, keine Pflichtaufgabe. Die von Nickel geschätzten Kosten von sechs bis zehn Millionen Euro könne sich die Gemeinde im Moment nicht leisten. Zudem müsse man bedenken, dass im Fall einer Vergrößerung der bestehenden Turnhalle und deren Nutzung als Veranstaltungsraum auch mehr Parkplätze nachzuweisen wären. Außerdem hätte dann der neue Kindergarten keine Möglichkeit, um später zu erweitern, hielt die Verwaltung entgegen.

Gemeinderätin Margot Burger regte mehrfach ein Gesamtkonzept an für das gesamte Areal rund um Schule, Kindergarten, Sportgelände, Spiel- und Hartplatz. Generell sei ihrer Ansicht nach eine langfristige Planung erforderlich, den Beginn dazu wünsche sie sich am besten jetzt. Ihr gehe alles "zu sehr stückweise und hoppla hopp." Überhaupt bekämen sie und ihre Kollegen zu wenig Information im Vorfeld, so Burger.

Das Ganze noch einmal aufzurollen, davon hielt Bürgermeister Nickel nichts. Er gab zu bedenken, dass die Erweiterung des Kindergartens beschlossen sei, diese könne und dürfe man nicht gefährden. "Sie werden nicht schaffen, das zu verhindern", gab er Rätin Burger mit.

TSV gibt ein Stück der Rasenfläche ab, die er bisher nutzte

Was das Thema Mehrzweckhalle betreffe, habe er ein Konzept im Kopf. Das Problem sei, so Nickel, Flächen zu bekommen, er wolle spätere Verhandlungen deswegen nicht gefährden. Nickel will das Ganze in einer Bauausschuss-Sitzung besprechen.

Im Gemeinderat wurde die Verlegung des Hartplatzes in Richtung des TSV-Sportplatzes erläutert. Der TSV erklärte sich einverstanden, ein Stück der Rasenfläche abzugeben, die er bisher nutzte. Diese gehöre zwar der Gemeinde, man wolle den Verein jedoch nicht weiter beschneiden, antwortete Bürgermeister Nickel später auf die Frage, warum man nicht mehr von dem Stück für den Bau nehme.

Generell zeigten sich nicht alle Gemeinderäte mit dem in Zukunft stark bebauten Gelände rund um die Schule zufrieden. So sah Simon Seitz den Standort des Kindergartens lediglich als "eine Notlösung".