Das Amt des Biebelrieder Bürgermeisters ist ein Ehrenamt. Ein Ehrenamt aber, dass von Woche zu Woche, wenn nicht sogar von Tag zu Tag aufwändiger und schwieriger wird. Damit sind nicht nur stetig strengere gesetzliche Vorgaben gemeint.

Vielerorts werfen Bürgermeister das Handtuch, weil sie nicht mehr Fußabstreifer einzelner Bürger sein wollen. Sieht so ein Ehrenamt aus?

Die Tätigkeit eines ehrenamtlichen Bürgermeisters beschränkt sich nicht nur auf die Sitzungen und auf die Amtsstunden. 24 Stunden, sieben Tage die Woche ist man eigentlich im Amt. "Gut, dass ich dich gerade treffe…" – Wenn eine Bürgermeisterin oder ein Bürgermeister für diesen Satz jedes Mal einen Euro bekäme, die Diskussion um die Aufwandsentschädigung wäre wohl längst beendet.

Bürgermeister sind Tag und Nacht erreichbar

Der Bürgermeister ist am Wochenende unterwegs, am Abend bei Vereinstreffen, wenn sie denn bald wieder stattfinden können. Er geht nachts ans Telefon oder sonntags früh, wenn zum Beispiel ein Rohrbruch gemeldet wird. Vermutlich ist jede Summe, die ein ehrenamtlicher Bürgermeister im Landkreis erhält, zu wenig für das, was er oft im Stillen erledigt, für das, was er sich anhören muss. Von der mangelnden Wertschätzung ganz abgesehen.

Diskussionen, wie sie gerade in Biebelried und vermutlich noch in Rödelsee geführt werden, sind daher unsäglich. Um bei Biebelried zu bleiben: Warum war der Gemeinderat nicht in der Lage, die goldene Mitte zu finden? Zwischen 3400 und 4000 Euro liegt 3700 Euro. Die Summe wäre vermutlich akzeptiert worden.

Jetzt passt der Bürgermeister entweder seine Arbeitszeit den 3400 Euro an, was für die Gemeinde schlecht wäre, oder die Rechtsaufsicht legt den Betrag fest. Auch schlecht, weil der Gemeinderat dann ein Stück seines Handelns aus der Hand gibt. Wenn auch noch persönliche Gründe und verletzte Eitelkeiten die Ursache sind für so eine Entscheidung, ist es sogar doppelt schlecht.