Das ehemalige Dorfgasthaus Frankenträubl prägte jahrzehntelang den Dorfeingang. Um Platz für eine Tagespflege der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zu schaffen, wurde das betagte Gebäude im November abgebrochen.  Eine Baugeschichte des Gebäudes scheint es indes nicht zu geben. Weder das Gemeindearchiv noch ältere Veröffentlichungen geben Auskunft darüber, wann einmal der Grundstein für das in den 50er und 60er Jahren rege genutzte Dorfgasthaus gelegt wurde.

Im Gemeindearchiv sei über das Gebäude nichts zu finden, bedauert Wolfgang Döring, der das Archiv jahrelang akribisch geordnet hat.

Baufachmann Dieter Koch würde den Keller des Gebäudes in die Zeit zwischen 1880 und 1900 datieren. Danach sei auch immer wieder an- und umgebaut worden, wie die verschiedenen Bauausführungen erkennen ließen.

Auch Gabriele Koch vom Verein Geschichte in Buchbrunn kann nur belegen, dass das Grundstück mit der Flurnummer 1057 in einer Uraufnahme von Buchbrunn von noch 1825 nicht verzeichnet ist.

Ein Blick in das Einwohnerbuch von 1927 für die Stadt und den Bezirk Kitzingen verrät unter der Hausnummer 98 Johann Riegel als Gastwirt. Buchbrunn hatte damals unter Bürgermeister Johann Neeser 545 Einwohner.

In einem Bauplan von 1959 ist unter dem Eigentümernamen Riegel der Bau einer neuen Toilettenanlage verzeichnet. Beitragsbescheide wurden an Rosa Riegel und Marie Dörfler als Miteigentümerin verschickt.

Schlachttage eingeführt

Die Bevölkerung erinnert sich noch an die von Riegel eingeführten Schlachttage, die der gelernte Metzger und spätere Pächter Hans Heß und seine Frau Lucia von 1954 bis 1968 fortsetzten, wie sich Sohn Peter erinnert. Seine Eltern betrieben das Gasthaus, so lange er in Buchbrunn zur Schule ging und zogen dann nach Marktbreit um.

Heß stammte aus Kleinlangheim und erlernte das Metzgerhandwerk in Fürth. In dieser Zeit diente der Frankenträubl nicht nur als Vereinsgaststätte für den TSV Buchbrunn mit seinem nahegelegenen Sportplatz. Es wurden Umkleidemöglichkeiten mit einem Duschraum vorgehalten, das Gasthaus verfügte zudem über eine Gartenwirtschaft unter großen Kastanien sowie über eine Kegelbahn.

Vor allem zur Kirchweih war es üblich, einen Platz für das Festmahl zu reservieren, denn der Zuspruch zu Heß´ ausgezeichneter Küche war enorm. Schon damals war es möglich, Essen für zuhause abzuholen.

Einige der Bäume stehen noch, Kegelbahn, das Gasthaus und seine Anbauten sind nun verschwunden. Die Fläche wird indes nicht lange brach liegen, denn die KEG Projektentwicklung Nürnberg will noch im Frühjahr mit dem Bau einer Tagespflegeeinrichtung für 20 Personen auf einer Gesamtfläche von 270 Quadratmetern beginnen, als Bauzeit sind 18 Monate vorgesehen.