In Mainstockheim sollte es im Herbst einen Wassermarkierungsversuch geben, von dem auch Albertshofen auf der gegenüberliegenden Mainseite tangiert ist. Den Versuch wollten die Behörden aktuell auf Oktober/November 2021 verschieben. Doch jetzt gehen die Mainstockheimer einen anderen Weg und folgen nicht den Forderungen des Wasserwirtschaftsamtes und dem Landesamt für Gesundheit und möchten ihren Antrag auf Wasserschutzgebietsausweisung durchziehen und dadurch möglichst einen sehr aufwändigen und teuren Wasserversuch umgehen.

"Es geht um den vieldiskutierten Versuch im Steinbruch Dettelbach", erklärte Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs. Wegen des Steinbruchs musste die Gemeinde vor Jahren einen Brunnen schließen und hatte eine andere Wassergewinnungsanlagen errichtet, um die eigene Wasserversorgung sicherzustellen. Es könne zwar niemand erklären, aber erste Versuche hätten ergeben, dass eine Messstelle am Steinbruch auf eine Messstelle in Albertshofen reagiert habe, was dazu geführt habe, dass die Behörden einen Großversuch gefordert hätten.

Fuchs kritisiert Versuchsmessungen

Bei dem Versuch hätten beide Gemeinden für eine halbes Jahr selbst oder mit der Kitzinger Licht-, Kraft- und Wasserwerke eine Wasser-Ersatzversorgung zu tragen. "Ich sehe nicht ein, dass wir mit den Wassergebühren unserer Bürger solche Versuchsmessungen finanzieren sollen", machte Karl-Dieter Fuchs in der Ratssitzung deutlich. "Jetzt nach eineinhalb Jahren haben wir doch die Zustimmung bekommen, aber unter der Auflage, dass eine Ersatz-Wasserversorgung sichergestellt wird, sollte das Trinkwasser in Mainstockheim und Albertshofen doch mit Uranin belastet werden. Ich kann weiterhin gut damit leben, dass der Versuch verschoben wird, aber nicht, dass wir Gefahr laufen, unsere Trinkwassergewinnung nicht mehr genehmigt zu kommen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir uns den Uranin-Versuch schenken können und die Behörden und Ministerien uns andere Wege aufzeigen sollen", bezog das Ortsoberhaupt klar Stellung.

"Ich misstraue den bislang getätigten Aussagen von diversen Experten", sagte Fuchs und er legte dar, dass sich selbst Experten innerhalb mancher Häuser nicht einig seien. Deswegen sprach sich der Bürgermeister dafür aus, bald möglichst den Antrag auf Wasserschutzgebietsausweisung zu stellen und Sabine Fuchs ergänzte, "dass wir damit nicht verlieren, sondern nur gewinnen können". Dieser Vorgehensweise folgte das Gremium bei der Abstimmung – mit Ausnahme von Peter Brandner. Unabhängig von dem Versuch wird die Gemeinde eine Anlage zur Sulfat-Reduzierung der Brunnenwässer bauen. Denn bislang gebe es eine Grenzwertbefreiung, die in ein paar Jahren ausläuft, weshalb es Handlungsbedarf gibt. Der Albertshöfer Wasserbeschaffungsverband sitze im selben Boot mit den Mainstockheimern, nur würden in Albertshofen viel größere Wassermengen wegen der großen Gartenbaubetriebe benötigt.

Wasserrecht muss neu beantragt werden

Die Kitzinger Licht-, Kraft- und Wasserwerke werden in Mainstockheim einen Pumpversuch für das Schutzgebietsausweisungs-Verfahren durchführen. Das Wasserrecht ist bis zum Jahresende befristet und muss neu beantragt werden. Dazu hat das beauftragte Büro, Baur Consult, den Antrag auf ein hydrogeologisches Basisgutachen für die Brunnen M5 bis M7 eingereicht. Denn die Schutzzone III im Nordosten der Wassergewinnung soll ausgeweitet werden und in diesem Bereich befindet sich die ehemalige Hausmülldeponie.

Die Bohrtiefe für den Versuch wird vermutlich 100 Meter betragen. Das Aschaffenburger Wasserwirtschaftsamt hat dem Bohrversuch zugestimmt, mit den Auflagen, dass keine dauerhafte Verbindung zu verschiedenen Grundwasserstockwerken hergestellt wird. Während der Probeentnahme ist das Grundwasser zu beproben und auf organoleptische (Wasserprüfung auf Geruch, Geschmack oder Trübung) Auffälligkeiten sowie altlastentypische Schadstoffe zu untersuchen. Nach der Vorlage der Analyseergebnisse sind der geplante Ausbau und der geplante Pumpversuch mit dem Wasserwirtschaftsamt abzustimmen.