Die Vorwürfe waren nicht ohne: Seit dem Winter 2017 soll eine 28-Jährige in Kitzingen einen "schwunghaften Handel" mit Rauschgift betrieben haben. Zwei Verkäufe waren jetzt vor dem Amtsgericht angeklagt. Zu beweisen war der Handel nicht. Am Ende blieb der unerlaubte Besitz von knapp acht Gramm Haschisch. Dafür kam die Frau mit der Einstellung des Verfahrens und einer Geldauflage von 400 Euro davon.

Der Grund: Ausgerechnet die beiden Männer aus der Szene, deren Aussagen die Frau auf die Anklagebank gebracht hatten, glänzten durch Abwesenheit. "Die beiden  Zeugen sind unentschuldigt nicht erschienen", stellte die Richterin Helga Müller fest und wertete das auch als ein Zeichen für deren Glaubwürdigkeit. Deshalb konzentrierte sich das Gericht auf den unerlaubten Besitz von rund acht Gramm Haschisch, den die Frau einräumte. Die waren bei einer Wohnungsdurchsuchung gefunden wurden.

Die Sache mit der Handtasche

Dass sie im Winter 2017 versucht haben soll, 70 Gramm Amphetamin an den Mann zu bringen, wies sie weit von sich. Auch mit dem Verkauf von fünf bis sechs Gramm Haschisch im Mai  2019 will sie nichts zu tun haben. Von dem Amphetamin hatte ein Dealer nach seinem Auffliegen erzählt. "Der legte eine Art Lebensbeichte ab", sagte ein Ermittler als Zeuge. Darin kam auch die 28-Jährige vor. Die habe Amphetamin in ihrer Handtasche gehabt und es verkauft. Ein klares Nein kam dazu vor der Anklagebank. "Ich habe noch nie eine Handtasche gehabt", sagte die Frau und eine Freundin besätigte: "Die Angeklagte mit Handtasche gibt es gar nicht." Zu dem Vorwurf des Verkaufs von Haschisch sagte sie, sie kenne den "Kunden" zwar, der gegen sie ausgesagt hat, habe ihn aber seit Jahren nicht mehr gesehen.

Glimpflich davongekommen

Dann war in der Beweisaufnahme eigentlich der Moment für den Auftritt der Belastungszeugen gekommen. Aber Fehlanzeige. Auch weil die Frau zwar vier Vorstrafen hat, mit Drogengeschichten aber noch nie aufgefallen ist, folgte Einstellung und die 400 Euro Geldauflage.

Damit ist die Frau zunächst einmal glimpflich davon gekommen. Zu knabbern hat sie an der Auflage dennoch. Die 28-Jährige hat bisher wenig auf die Reihe gebracht. Sie hat keinen Schulabschluss, keine Ausbildung und keinen Job. Sie lebt von einer Frührente und bei ihrer Mutter. Sie ist psychisch krank, steht unter "umfassender Betreuung" und steckt in einer Privatinsolvenz.

Immerhin gibt es einen Lichtblick: Mit mehreren Tests hat sie dem Gericht belegt, dass sie derzeit ohne Drogen unterwegs ist. Dennoch wird man sich wiedersehen. Eine weitere Anklage lag bereits auf dem Richtertisch, wurde allerdings nicht mitverhandelt. Also gibt es einen weiteren Termin.