Für die Reaktivierung der Mainschleifenbahn für den regulären ÖPNV/SPNV (voraussichtlicher Betriebsbeginn 1. Januar 2026) bedarf es trotz des guten Ausbauzustandes der Strecke umfassender Bau- und Sanierungsarbeiten. Dies gilt insbesondere, so Bürgermeister Guido Braun in der jüngsten Ratssitzung in Nordheim, für die Bahnhaltepunkte, die Bahnübergänge und die erforderlichen Weichen am Bahnhof Seligenstadt. Während für die Verkehrsanbindung und Park & Ride-Plätze die Gemeinden (Stadt Volkach, Markt Eisenheim und Gemeinde Prosselsheim) zuständig sind, muss nach den Ausführungen des Nordheimer Gemeindechefs für die Ertüchtigung der Infrastruktur eine neue Gesellschaft gegründet werden.  

Da die Schienenstrecke in etwa jeweils zur Hälfte in den beiden Landkreisen Würzburg und Kitzingen verläuft, werden auch die Gesellschaftsanteile der neuen Gesellschaft dementsprechend verteilt, berichtete Braun. Daher ist die Einbindung der drei betroffenen Gemeinden und des Fördervereins-MSB (Mainschleifenbahn) sinnvoll. Da die Gemeinde Nordheim Mitglied im Förderverein-MSB ist, ist man somit bei der Neugründung der Infrastrukturgesellschaft Mainschleifenbahn mittelbar betroffen. Die Räte votierten schließlich einstimmig für die Neugründung einer Infrastrukturgesellschaft "Mainschleifenbahn".

Zahlreiche Bauvorhaben

Schließlich mussten die Gemeindevertreter über sechs Bauanträge befinden. Grünes Licht erteilten sie hierbei für die Anträge von Cersten Gravelius (Errichtung eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung und Errichtung eines neuen Gebäudes), Roswitha Sauer (Errichtung einer Dachgaube auf bestehendem Wohnhaus), Matthias Kram und Katja Hattermann (Umbau eines ehemaligen Winzerhofes zum Wohnhaus mit Einliegerwohnung) sowie Daniel Friedrich, der ein Einfamilienhaus errichten wird.

Erneut abgelehnt wurde der Bauantrag von Johannes Müller, der in der Raiffeisenstraße zwei bewegliche Modulhäuser errichten möchte. Zunächst wollte der Bauherr zwei Ferienhäuser erbauen. Beim neu vorliegenden Plan gab es lediglich eine Änderung: Anstatt der Ferienhäuser plant Müller nunmehr die Errichtung von zwei Mietwohnungen. Da nicht alle Nachbarunterschriften auf den Plänen vorlagen, entschied sich der Gemeinderat mehrheitlich, das Vorhaben erneut abzulehnen. Die Räte beschlossen, die Bauakte an das Landratsamt als Baugenehmigungsbehörde weiterzuleiten.

Bauantrag im Hochwassergebiet

Für Diskussionen sorgte auch der Antrag von Kerstin Braun und Peter Pohla. Sie möchten im planungsrechtlichen Außenbereich von Nordheim ein Wohnhaus mit Garage errichten. Bürgermeister Braun schlug vor, die Chance der Ortsabrundung in diesem Bereich zu nutzen. Die Tatsache, dass das Baugrundstück im Hochwassergebiet liegt und somit mit verschiedenen Auflagen zu rechnen ist, erschwert die sofortige Baureife. Laut Beschluss wird nunmehr seitens der Gemeinde erkundet, ob weitere Bauvorhaben in diesem Bereich – hier wurden in letzter Zeit zwei Gebäude erbaut – Genehmigungsfähigkeit erlangen können.  

Bürgermeister Braun teilte mit, dass der Fährbetrieb ab dem 23. April in Nordheim wieder aufgenommen wird. Allerdings aufgrund der Corona-Krise zu geänderten Überfahrtzeiten, so am Montag bis Samstag von 7 bis 9, von 11.30 bis 13.30 und 16 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11.30 bis 13.30 Uhr und von 16 bis 18 Uhr.