In den jüngsten Bürgerversammlungen im Markt Schwarzach waren Parkprobleme in allen Ortsteilen ein großes Thema. Nach vielen Beschwerden über Falschparker mit Gefährdungen und Behinderungen sprach sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag mit zwölf zu zwei Stimmen für eine kommunale Verkehrsüberwachung aus.

Ob die Verkehrsüberwacher der Stadt Dettelbach oder der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Wiesentheid im ruhenden Verkehr Knöllchen verteilen, ist noch offen. Die Verwaltung möchte erst einmal die jeweiligen Kosten und Konditionen für einen Beitritt ermitteln.

Zum Zweckverband der Kommunalen Verkehrsüberwachung der Stadt Dettelbach haben sich Dettelbach, Prichsenstadt, Gerolzhofen, Volkach und Marktbreit zusammengeschlossen. Der ruhende Verkehr in Mainbernheim und Prichsenstadt wird dagegen von der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft kontrolliert.

Es gibt mehrere Brennpunkte beim Parken im Gemeindegebiet

Einfach machten sich Schwarzachs Gemeinderäte diese Entscheidung nicht. Umfangreich wurde über das Für und Wider der für Falschparker teuren Angelegenheit diskutiert.

Als "Brennpunkte" wurden die Schweinfurter Straße an mehreren Stellen sowie die Flurwege rund um das Seengelände in Hörblach, die Bamberger Straße in Stadtschwarzach und die Kitzinger Straße in Hörblach angesprochen. "Diese wird brutal zugeparkt", sagte Bürgermeister Volker Schmitt zur Hauptverkehrsstraße in Hörblach.

"Wenn jeder Anwohner auf seinem Grundstück parken würde, hätten wir das Problem nicht", meinte das Gemeindeoberhaupt. Schmitt will sich demnächst die Brennpunkte und die Gefahrenstellen mit den Ratsmitgliedern vor Ort ansehen.

Er erinnerte an eine Entscheidung von 2018, bei der eine Verkehrsüberwachung einstimmig abgelehnt worden war. "Wir hatten damals einige Baustellen in der Gemeinde", sagte Schmitt zum damaligen Beschluss. Aufgrund des negativen Tenors in den vergangenen Bürgerversammlungen zur Parksituation sei die Gemeinde allerdings nun zum Handeln aufgefordert.

Ärger befürchtet: Kontrollen treffen Anwohner und Gastronomie

Dabei sei klar, dass die Kontrollen vor allem auch die Anwohner und die Gastronomie treffen würden. Aus dem neuen Gremium meldete sich fast jedes Ratsmitglied zum Thema zu Wort. Thomas Grimmer sprach die Missstände an den Hörblacher Seen an. Für Max Hegler sei eine Verkehrsüberwachung nur zu Stoßzeiten sinnvoll. Peter Kuhn und Thomas Weckert meinten, der Tenor der Versammlungen sei eindeutig für eine Verkehrsüberwachung gewesen.

Maria Fieber forderte: "Den Wunsch der Bürger sollten wir erfüllen." Auch Melanie Rosenberger schlug in diese Kerbe: "Wir sollten den Parkverstößen einen Riegel vorschieben." Gegen die Parküberwachung war Ralf Henninger: "Das gibt nur Ärger mit unseren Bürgern." Anette Hillenbrand fragte: "Es fehlen private Parkplätze. Wo sollen denn Mieter ihre Fahrzeuge hinstellen?"

Letztlich kam der Gemeinderat zu einem mehrheitlichen Beschluss, der eine Verkehrsüberwachung in einem Testzeitraum von zwei bis drei Jahren vorsieht.