Auf Patienten aus der Stadt und dem Landkreis Kitzingen, die an Wochenenden und Feiertagen ärztliche Hilfe benötigen, kommen gravierende Änderungen zu. Ab Dienstag, 21. Januar, gibt es für sie nur noch eine Anlaufstelle in der Klinik Kitzinger Land. Bereitschaftsdienste von Hausärzten gibt es nicht mehr.

Am Samstag wurde die neue Einrichtung vorgestellt und die Gründe für die Änderung genannt. In der Bereitschaftspraxis werden 59 Ärzte aus der Stadt und dem Landkreis Kitzingen wechselweise außerhalb der üblichen Sprechstundenzeiten die Bereitschaftsdienste übernehmen. Der hausärztliche Bereitschaftsdienst, der bisher die ortsnahe Versorgung für die Bereiche Volkach, Wiesentheid, Iphofen und Dettelbach sicherstellte, gehört dann der Vergangenheit an.

Dienstgruppe zu klein

Der Grund: Die bisherigen Dienstgruppen waren zu klein, die von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) vorgesehene Mindestzahl von 15 Ärzten pro Dienstgruppe war schon seit längerer Zeit unterschritten. Die Dienstgruppen Volkach und Dettelbach hätten wegen der enormen Belastungen die KVB um Auflösung gebeten, berichteten Dr. Michael Bedö und Dr. Edgar Gramlich, die Vorsitzenden des Vereins Gesundheitsnetz Kitzinger Land. Sie haben mit Dr. Stephan Rapp und Dr. Viktor Dubrauszky von der Klinik Kitzinger Land nach einer Lösung gesucht, um die Patientenversorgung sicherzustellen. Ergebnis ist die zentrale Anlaufstelle.

Belastung wurde unzumutbar

Die bisherigen verpflichtenden Bereitschaftsdienste der niedergelassenen Ärzte zusätzlich zu einer rund 50-stündigen Arbeitswoche in den Praxen seien für die Ärzte und ihre Familien nicht mehr zumutbar gewesen. Diese hohe Belastung sei ein Grund, warum es so schwer sei, junge Mediziner als niedergelassene Ärzte auf dem Land zu gewinnen, ergänzte Gramlich.

Die Bereitschaftspraxis Kitzinger Land hat ab 21. Januar geöffnet (siehe Infokasten). Neben dem Arzt, der in der Klinik Bereitschaft hat, wird zusätzlich ein Fahrdienst eingerichtet.

Der ist für Patienten vorgesehen, die nicht mobil sind und eines dringenden Hausbesuches bedürfen, erklärt Dubrauszky. Erreichbar ist der mobile Dienst unter der kostenlosen Telefonnummer 116117 aus dem Festnetz und über Handy.

Nur in Ausnahmefällen

Diese Nummer sollte aber nur in Ausnahmefällen gewählt werden, denn Hausbesuche werden nur durchgeführt, wenn sie zwingend medizinisch erforderlich sind, sagt der Arzt. Ansonsten sollen Patienten die Bereitschaftspraxis in der Klinik Kitzinger Land aufsuchen und ihre Versichertenkarte mitbringen, rät Dubrauszky.

Die Umstrukturierung bleibt für die Patienten nicht ohne Folgen, räumen die Ärzte ein. Zum einen müssen sie längere Anfahrtswege in Kauf nehmen und mit längeren Wartezeiten rechnen. Auch die Ärzte, die im Bereitschaftsdienst Hausbesuche machen, werden aufgrund weiterer Anfahrtsstrecken manchmal länger unterwegs sein.

Als Vorteil sehen die Ärzte, dass niemand mehr nach dem jeweils diensthabenden Bereitschaftsarzt suchen muss. Ein weiterer Vorteil ist die enge Zusammenarbeit mit der Klinik Kitzinger Land, so dass im Notfall Patienten sofort und ohne Verzögerung an die Klinikärzte übergeben werden können.

Die Öffnungszeiten der Praxis

Wann? Die Bereitschaftspraxis in der Klinik Kitzinger Land hat ab 21. Januar am Mittwoch und Freitag von 16 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Am Samstag, Sonntag und an Feiertagen ist dort von 9 Uhr bis 13 Uhr und von 16 Uhr bis 20 Uhr ein Arzt zu erreichen.

Wie? Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Für was? Die Bereitschaftspraxis ist zuständig für Erkrankungen, bei denen auch sonst eine Hausarztpraxis aufgesucht werden würde und eine Behandlung nicht bis zur regulären Sprechzeit aufgeschoben werden kann.

Wann nicht? In lebensbedrohlichen Fällen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall oder bei schweren Unfällen sollen Patienten den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 alarmieren.