Sagen wir mal so: Von der Größe her hat das Deutsche Fastnachtmuseum eindeutig verloren. An Qualität dagegen nicht. Die Kitzinger haben vor kurzem einen kompletten Karnevalsprinzen in voller Montur ins Museum Schloss Oberschwappach verfrachtet. Am Mittwoch ist im Austausch eine Keltenfibel in der Luitpoldstraße angekommen.

Die Aktion dahinter

Die Aktion Kunst geht fremd hat dafür gesorgt, dass die Knetzgauer aus dem Landkreis Haßberge vorübergehend – vom 26. Juli bis zum 6. November – einen lebensgroßen Karnevalsprinzen aus dem Rheinland im Oberschwappacher Schloss zu sehen bekommen.

Die Präsentation

Dafür dürfen die Kitzingen ein original keltische Fibel im Museum präsentieren. Zu sehen sein wird das gute Stück in der Abteilung Historie gleich nach dem Eingang und präsentiert auf einer weißen Säule und in einem Glaswürfel und damit nicht zu übersehen.

Zugegeben eher klein ist das Schmuckstück, das da der Vorsitzende des Kulturvereins Museum Schloss Oberschwappach, Egon Stumpf, und seine Frau Eleonore Schmidts-Stumpf vorsichtig und mit weißen Handschuhen auspackten.

Was den Besucher das aber anschaut, hat Bedeutung. Es ist eine Vogelkopffibel erklärte Stumpf und stammt aus der Zeit vor 2500 Jahren.

Und es ist eine der wenigen figürlichen Darstellung aus einer Zeit, aus der es keine schriftlichen Dokumente gibt, zumindest keiner der Kelten.

Auf dem fünften Jahrhundert

Die fünf Zentimeter lange Fibel aus Bronze stammt aus dem 5. Jahrhundert vor Christus und wurde in einer ehemaligen Wehranlage am Kleinen Knetzberg gefunden. Sie stamme aus der Sammlung Paul Hinz, sagte Stumpf. Das gute Stück ist im Gegensatz zu vielen anderen Gegenständen im Schloss ein Original. Die wie eine Brosche zu tragende Maskenfibel war ursprünglich – bevor der Kupferanteil der Bronze grün oxidierte – von goldenem Glanz. Das zumindest weiß der Flyer zur Aktion Kunst geht fremd.

Infos kommen noch

Die Kitzinger Museumsleiterin Daniela Sandner begrüßte die Gäste aus den Haßbergen und sicherte dem verübergehenden Neuzugang einen prominenten Platz zu. Damit die Besucher wissen, mit wem sie es zu tun haben, wird die Bedeutung des Schmuckstücks auf Infotafeln erläutert werden. Die sollen bis zum 26. fertig sein.

Der Dienstag ist der Tag, an dem Kunst geht fremd offiziell im Knauf-Museum in Iphofen eröffnet wird.

Zwölf Museen sind dabei

An der Aktion beteiligen sich zwölf unterfränkische Museen mit unterschiedlichen Konzepten und Schwerpunkten. Aus dem Landkreis sind das Knauf-Museum und die Barockscheune in Volkach neben dem Fastnachtmuseum noch dabei.