Die Frau auf der Anklagebank tut sich schwer. So richtig zugeben möchte sie vor dem Amtsgericht in Kitzingen lange Zeit nicht, dass da Anfang März dieses Jahres beim Ausparken einiges gründlich schief ging bei ihr. Es war früher Abend, als sie in der Kitzinger Lindenstraße Probleme bekam. Beim Losfahren ging es eng zu, hinter und neben ihrem Auto standen damals weitere Fahrzeuge. Beim Rangieren passierte es dann: Sie touchierte ein Motorrad hinter sich, das umkippte und ein weiteres Motorrad beschädigte. Und das nicht zu knapp: Einmal gut 2500 Euro Schaden und einmal gut 900 Euro schlagen laut Anklage zu Buche.

"Ich war sehr vorsichtig!"

Gehört und gesehen haben möchte die Frau nichts. "Ich war sehr vorsichtig!", gibt sie vor Gericht zu Protokoll. Sie habe – wenn überhaupt – höchstens ein Klappern der Einkäufe im Kofferraum gehört. Außerdem habe es geregnet. Dass Passanten auf den Unfall aufmerksam wurden und ihr Zeichen gaben, dass da gerade etwas passiert war, möchte die 50-Jährige als nette "Winkzeichen" interpretiert haben.

Dass sie sich mit ihrer Sicht der Dinge auf dünnem Eis befindet, welches mit jedem ihrer Ausflüchte brüchiger wird, dämmert der Angeklagten nur ganz, ganz langsam. Erst nach längerer Beratung mit ihrem Verteidiger und ihrem Ehemann ist so etwas wie Einsicht zu erkennen: Sie räumt die Unfallflucht ein, damit geht es nur noch um die Höhe der im Strafbefehl ausgesprochenen Geldbuße, gegen die die Angeklagte Einspruch eingelegt hatte.

Fahrverbot nicht verhandelbar

Klar ist: Die drei Monate Fahrverbot sind fix, da gibt es keinen Verhandlungsspielraum. Insgesamt aber wird es etwas billiger: Statt 900 Euro werden jetzt nur noch 600 Euro (30 Tagessätze zu je 20 Euro) für das Türmen von der Unfallstelle fällig. Ein Urteil, mit dem die Frau sicher gut leben kann: Selbst ihr Verteidiger war von 35 Tagessätzen ausgegangen.