Er ist der an Lebens- und Dienstjahren älteste Bürgermeister im Landkreis Kitzingen: Karl-Dieter Fuchs aus Mainstockheim begann am 1. Mai 2020 seine sechste Amtszeit an der Spitze der Gemeinde, wäre also nach deren Ablauf in sechs Jahren 36 Jahre im Amt und das mit dann 73 Jahren.

Ob das Bürgermeistern in diesem Alter dann immer noch möglich ist? "Ich weiß es nicht", sagt Fuchs ganz offen, hat aber diesbezüglich Wolfgang Schäuble als Vorbild, der mit immerhin 78 Jahren noch Bundestagspräsident ist – und das mit Handicap. Was aber die lange Zeit als Bürgermeister auf jeden Fall mit sich bringt, ist Gelassenheit: "Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird", sagt Fuchs, und nicht jeder Kritiker werde bestätigt. Allerdings wachse auch die Erkenntnis, selbst "nicht alles zu wissen".

Corona hat auch dem altgedienten Bürgermeister Überraschungen gebracht, als etwa zu Beginn der Pandemie Coronafälle im Altenheim auftraten, die schnell in den Griff bekommen wurden, als Schule und Kindergarten wieder öffneten oder auch als Mitarbeiter beraten werden wollten, wenn in der Familie ein Coronafall auftrat. Was Fuchs immer noch nicht geschafft hat: endlich mal seien Schreibtisch aufzuräumen. Da er durchgehend die Amtsstunde weiter führte, Abstand war in den Räumen im Rathaus gut möglich, kam auch dort genug Arbeit auf ihn zu. Und dann mussten noch die Ratssitzungen organisiert werden, die nicht im Rathaus stattfinden konnten.

Was Corona auch mit sich bringen wird: Der eine oder andere Wunsch der Gemeinderäte wird wohl so schnell nicht umgesetzt werden können. Auch wenn die Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt heuer kaum zu spüren sein werden; schon im nächsten Jahr dürfte es die Gemeinden treffen. "Vor allem die Einkommensteuerbeteiligung war bislang immer eine feste Burg", so Fuchs; alleine die Kurzarbeit könnte hier zu Einbrüchen führen.

Der Bauwirtschaft scheint aber die Krise kaum zu schaden: Keiner der 28 Bauplatzkäufer im neuen Baugebiet "Wunn 2" hat bislang zurückgezogen und darüber hinaus konnten von den bislang als "unverkäuflich" geltenden Plätzen in Privatbesitz in älteren Wohngebieten sechs verkauft werden – wohl auch eine Folge der recht hohen Grundstückspreise in "Wunn 2". Also weitere Bauplätze ausweisen? "Hier gilt der Gemeinderatsbeschluss: nur auf gemeindeeigenen Flächen. Eine Warteliste gibt es aber schon", blickt Fuchs voraus.

Was ansteht? Viel Arbeit im Untergrund. Einige Kanäle harren noch der Sanierung und da ist auch die Kläranlage. Das Werk, Baujahr 1967, arbeitet zwar noch einwandfrei, doch läuft die Betriebserlaubnis bald ab. Eine Generalsanierung wird wohl nicht nötig sein, aber bislang wird der Klärschlamm noch landwirtschaftlich verwertet. Dabei wird es Änderungen und damit auch Investitionen geben. In "trockenen Tüchern" ist auch die Sulfatreduzierung für die eigenen Trinkwasserbrunnen: Die Pläne sind fertig, die Finanzierung steht. Doch vor dem Bau sollte, um vor Überraschungen sicher zu sein, die Ausweisung der Trinkwasserschutzzone stehen, erklärt der Bürgermeister.

Einen Lichtblick gibt es für Fuchs bei der Sanierung des ehemaligen Gasthauses "Stern". Durch die Gründung der ILEK, eines Verbunds benachbarter Gemeinden mit dem Zweck der überörtlichen Zusammenarbeit, hat Mainstockheim gute Chancen in die Städtebauförderung aufgenommen zu werden und damit zusätzliche Fördermittel anzuzapfen. Gleiches gilt dann auch für Privatpersonen, die ihre Anwesen im Ort sanieren wollen.

Die weniger als zwei Millionen Euro Schulden Mainstockheims bereiten dem Bürgermeister keine allzu großen Sorgen: "Dafür haben wird immer Werte geschaffen", sagt er und verweist auf die Mehrzweckhalle und das Ärztehaus, beides von den Mainstockheimern gut genutzt und auch eine Steigerung der Lebensqualität im Ort.