Ein mit vielen Mitgliedern und Gästen nahezu voll besetztes Haus bestätigte die richtige Themenwahl: „Gut versorgt mit Vollmachten und Verfügungen“ war die Info-Veranstaltung überschrieben, zu der die Siedlergemeinschaft Sickershausen eingeladen hatte.

Als Referent war Rechtsanwalt Werner Nied (Würzburg) gekommen. Ganz zur Freude von Robert Heinkel, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft, konnte die Veranstaltung bei freiem Eintritt durchführt werden: die Kosten für den Referenten wurden vom „Beratungsdienst Geld und Haushalt“" der Sparkassen-Finanzgruppe übernommen, heißt es in der Pressemitteilung.

Dass es sich bei der Thematik des Abends um einen komplexen Sachverhalt handelt, wurde bereits nach kurzer Zeit klar, als es darum ging, die unterschiedlichen Arten von Vollmachten und Verfügungen und vor allem deren rechtliche Wirkung und Verbindlichkeit darzustellen. Hier stellte Rechtsanwalt Nied seinen breiten Erfahrungsschatz in schwung- und humorvoller Art unter Beweis, wie es im Pressebericht weiter heißt.

Allgemeinverständlich zeigte der Referent die praktischen und juristischen Feinheiten beziehungsweise Fallstricke auf, die eine gute von einer schlechten beziehungsweise im schlimmsten Fall wirkungslosen Verfügung unterscheide. Wichtiger Punkt: Ehepartner oder nahe Angehörige bekommen im Falle eines Falles nicht automatisch die Betreuung zugesprochen, wenn dies nicht im Vorfeld verfügt wurde.

Der Redner ging auch auf digitale Welt wie Social-Media oder E-Mail-Accounts ein. Verbindliche Regelungen für das digitale Erbe, so Nied, würden mehr und mehr notwendig.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ausführungen beschäftigte sich mit der Patientenverfügung, in der festgehalten wird, wie im Krankheitsfall zu verfahren ist, über gewollte oder nicht gewollte Behandlungsmethoden oder lebensverlängernde Maßnahmen. Nieds Rat: Die bestehende Verfügung im Hinblick auf die aktuell gültige Rechtslage zu überprüfen.

Deutlich wurde an dem Abend: Wer im Ernstfall einer gesetzlichen Betreuung vorbeugen möchte, muss sich rechtzeitig mit seinen Angehörigen oder Personen seines Vertrauens abstimmen und dies – möglichst in Verbindung mit einer rechtlichen und/oder ärztlichen Beratung – zu Papier bringen, um spätere Missverständnisse oder Streitigkeiten zu vermeiden.

Nachdem alle Fragen beantwortet waren, dankte der Vorsitzende der Siedlervereinigung Robert Heinkel dem Referenten mit einem Weinpräsent, heißt es am Ende des Presseberichts.