Drei Tage noch, dann beginnt – zumindest meteorologisch – am 1. September der Herbst. Auch wenn noch ein heißer Endspurt vorhergesagt ist, der Sommer 2015 wird schon jetzt in die Geschichte Kitzingens eingehen.

Dafür haben zwei Tage mit je 40,3 Grad plus gesorgt. Danach stand fest: Kitzingen ist das heißeste Pflaster Deutschlands. Was da an einer amtlichen Wetterstation am Lerchenbühl gemessen wurde, war die höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

Auch wenn man in Zeiten des immer offensichtlicher werdenden Klimawandels vorsichtig sein muss, der Rekord könnte einige Zeit halten. Zumindest hat es lange gedauert, bis der letzte Rekord mit 40,2 Grad gebrochen wurde. Dieser Wert wurde 1983 im oberpfälzischen Gärmersdorf und 2003 in Karlsruhe erreicht und zwölf Jahre später getoppt. Der Rekord hat in Kitzingen Auswirkungen gehabt. Nicht nur, dass die Kitzinger geschwitzt haben wie selten und die Stadt weltweit in die Schlagzeilen kam. Einige Tage nach dem Rekord gab es die ersten Postkarten mit der heißen Botschaft und derzeit sind dem Vernehmen nach die ersten T-Shirts mit dem entsprechenden Aufdruck in Arbeit.

Der Rekord hat weitere Ideen hervorgebracht. Zum Beispiel im Stadtmuseum: Das hat sich auf die hohen Temperaturen laut eigenem Internetauftritt „eine coole Antwort“ einfallen lassen. Die Eintrittspreise wurden gestaffelt. Heißt: Normaler Eintritt zwei Euro, über 20 Grad 1,50 Euro, über 30 Grad ein Euro und über 40,3 Grad ist der Eintritt frei. Ob der Gag einen Besucheransturm ausgelöst hat, ist nicht bekannt. Nutzen kann man das Angebot noch, im heißen Endspurt des Sommers 2015.