Nach der schwachen Ernte 2010 machte die Natur ein Jahr später den Winzern in Franken einen dicken Strich durch die Rechnung. Die Frostnacht im Mai 2011 schädigte viele Reben und führte zu starken Ernteausfällen. Auch bei der Winzergemeinschaft Franken in Repperndorf. Die GWF hat nach dem 25-prozentigen Ernteminus von 2010 nun einen weiteren Rückschlag zu verkraften: vier Millionen Liter fehlen in den Kellern (minus 30 Prozent gegenüber 2009), wie ein Pressetext bilanziert.

Minus 1,6 Millionen Euro

„In voller Fahrt gebremst“: So beschreibt die Genossenschaft ihre Umsatzentwicklung. Mit einem Plus von sechs Prozent im ersten Halbjahr habe sich der „Wachstumstrend aus 2010“ fortgesetzt – um dann unsanft gestoppt zu werden. Zugewinne in einzelnen Bereichen hätten die satten Verluste im Mengengeschäft nicht auffangen können. Ergebnis: ein Umsatz von 35,2 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sei das ein Rückgang um 4,8 Prozent (minus 1,6 Millionen Euro).

Allerdings ging die Winzergemeinschaft Franken laut Pressetext nicht in ihrem Kerngeschäft (rund 70 Prozent der Gesamtumsätze 2010) in die Knie. So legte der Absatz der Markenweine um sechs Prozent zu, in gleicher Höhe stiegen auch die Geschäfte mit den Privatkunden. Immerhin noch ein Plus von vier Prozent vermeldet die GWF beim Umsatz in den restlichen Bereichen (Gastronomie, Fachhandel, Großkunden und Export).

Einen rasanten Aufschwung erlebte der Absatz von Offenweinen: plus 144 Prozent beim Umsatz. Damit habe die GWF Teile der Umsatz-Verluste aufgefangen, betonte Vorstandsvorsitzender Andreas Oehm. Beim Verkauf an Weiterverarbeiter habe sich vor allem der Rotwein hervorgetan, der im Vorjahr gute Erlöse beschert habe.

Auf der Verlustseite stand bei der Winzergemeinschaft das Mengengeschäft. Bei der Vermarktung über das Fränkische Weinkontor (FWK) und beim Federweißen musste die GWF dem Pressetext zufolge einen Umsatzeinbruch von 41 Prozent verkraften. Der Grund: Die vermarktete Menge hatte sich halbiert.

Traubengeld blieb gleich

Für die rund 2400 Winzer unter dem Dach von Frankens größtem Weinerzeuger haben die zwei erntemäßig mageren Jahre im Prinzip keine tiefgreifende Bedeutung. Das Traubengeld ist laut Oehm gleich geblieben. Was allerdings bei Einzelnen kräftig auf die Kasse drücken könnte, sind die durch den Frost hervorgerufenen Verluste bei der Menge. Mit einem konstanten bis leicht steigendem Traubengeld können die GWF-Winzer für 2012 rechnen – einen durchschnittlichen Jahrgang vorausgesetzt.

Apropos 2012: Weil nur wenig Wein in den Kellern der Genossenschaft schlummert, rechnet die GWF laut Mitteilung auch für das laufende Geschäftsjahr 2012 mit einem Umsatzrückgang.