Ein paar neue Räte, eine leichte Verjüngung im Gremium, aber weitgehend alte (Macht-)Strukturen: Das sind die Startvoraussetzungen, wenn Anfang Mai die Stadträte von Kitzingen und Volkach offiziell die sechsjährige Wahlperiode eröffnen. Spannend könnte da nur eines werden – die Wahl der OB-Stellvertreter in Kitzingen, die 2002 und 2008 jeweils zu politischen Keilereien führten.

Klar in beiden Fällen: Der „Ältestenrat“, der in beiden Fällen die kommunalpolitischen Fäden in der Hand hatte, wird ein Stück verjüngt. Vergleichsweise frisch gehen die 21 Volkacher Räte (inklusive Bürgermeister) am 5. Mai um 19 Uhr im historischen Rathaus an den Start: 51 Jahre alt ist die Rats-„Truppe“ im Durchschnitt, die Vorgängermannschaft lag zuletzt bei gut 55 Jahren.

Die Verjüngungskur verdanken die Volkacher nicht den sechs Neuen im Gremium, die im Schnitt 50 Jahre alt sind. Entscheidend ist das Ausscheiden von vier Urgesteinen aus dem Lokalparlament: Martin Haupt (74), Reinhold Reichl (72), Franz Heilmann (67; alle CSU) und Franz-Josef Zwicker (67, FWG).

Fast schon auf Altersteilzeit-Kurs ist die Kitzinger Ratsmannschaft, die am 6. Mai um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses auf sieben Positionen verändert wird: gut 57 Jahre alt ist der Kitzinger Durchschnitts-Stadtrat. Dass der zum Neustart drei Jahre jünger wird, verdankt das Gremium vor allem der CSU-Fraktion. Die stellt mit Stefan Güntner nicht nur das jüngste Mitglied im 31er-Gremium, sondern ist im Querschnitt grade mal 50 Jahre „jung“.

Ein heißes Thema ist in Kitzingen die Wahl der zwei OB-Stellvertreter. Bei acht Gruppierungen könnten ungewohnte Konstellationen für überraschende Kandidaturen sorgen. Der Normalfall, der in der großen Kreisstadt nicht unbedingt Tradition hat, wäre eine Einigung auf eine Besetzung der Posten nach dem Wahlergebnis: Danach würde die CSU als stärkste Fraktion (acht Sitze) den ersten Stellvertreter stellen und die UsW (fünf) die Nummer zwei.

Diese Kombination für die Bürgermeisterwahl unterstützt OB Siegfried Müller. Dass die CSU als stärkste Fraktion den Posten des ersten Stellvertreters bekomme, sei „legitim“. Die UsW strebe den zweiten Vertreterposten an und werde hier Fraktionschef Manfred Marstaller ins Rennen schicken. Werner May, der bislang als OB-Stellvertreter tätig war, fehle aus beruflichen und privaten Gründen künftig die Zeit für diese ehrenamtliche Aufgabe.

Alles klar auch bei der CSU. Stefan Güntner, der nur vergleichsweise knapp bei der OB-Wahl unterlag, steigt in den Ring: „Die CSU wird mich als ersten Bürgermeister vorschlagen“, betonte Güntner auf Anfrage. Noch in der Schwebe ist die Frage bei der SPD (vier Sitze). Über die Frage werde die Fraktion in der kommenden Woche beraten, so stellvertretende Fraktionschefin Astrid Glos.

„Die große Koalition hat die Weichen gestellt“ – Klaus Christof, KIK-Fraktionschef (drei Sitze) und noch zweiter Bürgermeister, gibt sich keinen Illusionen hin. Ob er wieder antritt oder nicht, hat er noch nicht entschieden. Keinen Kandidaten stellen die Freien Wähler. Fraktionschefin Jutta Wallrapp will aber die Konstellationen beobachten und die Reaktion der FW darauf einstellen.

Apropos Reaktion: Die war nach den Bürgermeisterwahlen von 2008 und 2002 heftig – jeweils für die CSU. Vor sechs Jahren hatten Franz Böhm und Hans Schardt „aus rein persönlichen Gründen“ – einen Monat nach der Wahl – die CSU-Fraktion verlassen und Pro Kitzingen (zwei Sitze) gegründet. Dem vorausgegangen war die Wahl, bei der Böhm als Kandidat hoch gehandelt worden war, allerdings Gertrud Schwab – vergeblich – ins Rennen geschickt wurde.

2002 krachte es ebenso: Nach der Wahl von Böhm zum ersten Stellvertreter und von Heidemarie Gold (SPD) als Nummer zwei, bei der CSU und SPD sich wechselseitig unterstützten, flogen in der CSU die Fetzen. Rosemarie Richter verabschiedete sich aus der CSU-Fraktion.